Tja da war er wieder und dann auch gleich schon wieder weg? Einige von euch scheinen das gedacht zu haben, und haben dann tatsächlich bei mir eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Als Lessons Learned würde ich an dieser Stelle sagen, dass es echt suboptimal ist, wenn man einen Blog neu startet und das genau in eine Zeit legt, in der man dann von allen möglichen anderen Dingen von der aktiven Gestaltung abgehalten wird. Auch meine Idee Kleinigkeiten auf dem Blog zu posten, muss sich bei mir noch setzen. Irgendwie habe ich im Kopf immer noch das „große Artikelkonzept“ … da dauert der Wechsel zum „Paninialbum mit großen und kleinen Bildern … und seltenen Glitzerstickern“ wohl noch ein wenig.

Aber Stichwort Wechsel … Vor etlichen Jahren habe ich ja nun diesen Blog stillgelegt und Youtube als neue Schiene aufgemacht. Die Idee meine Artikel einfach einzusprechen erschien … und erscheint mir immer noch, als ein ziemlich probates Mittel, über welches sich kommunizieren und auch interagieren lässt. Leider habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Die wichtigste Erkenntnis aus über 1600 Youtube Videos ist, dass ich einfach nicht das richtige Youtubematerial bin. Um den Mainstream zu erreichen müsste ich meine Persönlichkeit in einer Weise ändern, die ich nicht willens bin, denn wenn man sich den durchschnittlichen Youtuber (aus deutschen Landen wohlgemerkt) ansieht, so ist das ein Typus Mensch, der mit mir ungefähr genauso viel gemeinsam hat wie Helene Fischer. Dies würde also bedeuten, dass ich diverse Dinge machen müsste, auf die ich weder Bock, Noch Zeit dafür habe. Das ist aber aus meiner Sicht auch ok.
Aufgrund meiner begrenzten Zeit habe ich auch nicht wirklich damit gerechnet, dass hier hundertausende Follower zusammen kämen. Ich wollte das auch gar nicht, weil in größeren Gruppen automatisch auch die Anzahl der Arschlöcher steigen würde … und darauf konnte ich dann auch getrost verzichten.
Auch die Art, wie ich meine Videos machen, sind sicher keine Massenware gewesen, denn mit einer Länge vom im Durschnitt 30 – 60 Minuten lagen sie weit jenseits der maximalen Aufmerksamkeitsspanne eines Youtubeusers, der nicht weiß, wie er mit den Videocontrols umgehen muß. Da ich aber nicht wirklich mich in den Vordergrund stellen wollte (außer bei einer Serie, die auch wirklich als Talk und Meinungsformat geplant war), sondern die Spiele, hätte mich also da der ausbleibende Publikumsverkehr auch nicht weiter gekratzt.
Also alles tuti.
Youtube sah das anders. Aufgrund der Probleme mit Werbetreibenden im Jahr 2017 sah sich Youtube gezwungen die Richtlinien für die Monetarisierung von Kanälen zu ändern. Gut welcher Werbetreibender sieht seine Werbung schon gern vor Videos radikal islamischer Terrorgruppen, bzw. gepaart mit Aufnahmen einer Leiche aus einem japanischen Suizidwald? Es klingt im ersten Moment surreal, aber ja auch sowas findet sich mit relativ wenig Gesuche auf Youtube … und das waren nur die „harmloseren“ Auswüchse. Youtube ist aber nun mal eine Plattform, welche auf Werbeeinnahmen angewiesen ist und damit war es logisch, dass sich hier etwas ändern werden müsse, was dann aber passierte, würgte bei mir endgültig die Kreativität ab.
Anfang 2018 erhielt ich die Meldung, dass mein Kanal von der Monetarisierung ausgeschlossen werden würde, wenn ich nicht Ende Februar über 1000 Abonenten und eine durchschnittliche Auslierferungszeit von 300 Stunden im Monat käme. Bedenkt man, dass ich 300 Abonenten hatte und 70 Stunden pro Monat ausgeliefert habe, war ich da nicht mal knapp dran. Da ich im Monat auch rund 1 USD verdient habe ist der wirtschaftliche Schaden gering bis nicht existent und ich kann gerne drauf verzichten.
Allerdings greift hier dann auch ein Mechanismus, der dafür sorgt, dass der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt. Sieht man von den beiden Serien ab, die ich aktiv in zwei Communityforen beworben habe, waren die meißten Besucher Streufeuer. Da ich nun aber nicht mehr monetarisieren konnte, brach dieses Streufeuer in sich zusammen und es blieben hier nur noch sage und schreibe 10% übrig.
Auch die Tatsache, dass die überwältigende Mehrheit der Youtube Content Creator kein echtes Interesse an Interaktion hat, sondern eh nur noch am senden ist, ging mein eigener Plan dann auch spektakulär den Bach runter.
Aber hier jetzt wirklich andere verantwortlich zu machen liegt mir auch nicht.
Im Gegenteil. Wäre ich bereit, regelmässig Werbung zu spammen, mich in Mainstreamtiteln zu ergehen und dabei Videos für kurze Aufmerksamkeitsspannen inklusive massiven Editings zu produzieren, hätte ich da sicher eine Möglichkeit gehabt, abr da immer einer oder mehrere dieser Punkte mir gegen den Strich gingen war da nichts zu wuppen.
Obendrein ergab sich das Problem, dass mein Hobby mehr und mehr in die Richtung von Arbeit driftete und spätestens dann ist bei mir der Punkt erreicht, wo ich mir ernsthaft überlege weiter zu machen und das war hier der Fall.
So habe ich diese Kommunikationsform auch hinter mich gebracht und mußte festellen, dass sie leider nichts taugt für meine Belange. Wenn ich jetzt mal so zurückblickr, waren die Chats und Foren der frühen 2000er immer noch das kommunikativste Medium, heute aber weitestgehend ausgestorben, was ziemlich schade ist.
Dennoch bin ich an diesem Thema unumwunden interessiert und ein Thema, welchem ich mich beizeiten gerne noch einmal widmen würde ist das Thema Podcast …. hier habe ich ja durchaus das eine oder andere Vorbild, die Frage ist eben, ob da jemand Interesse hätte in so ein Experiment einzusteigen.