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17. Jan. 2012

Ich erinner mich noch ziemlich gut an den Sommer 1999. Ich war Museumsführer auf der Star Trek World Tour und ich hatte als Aufhänger für die Führung den Einfluß von Star Trek auf das wirkliche Leben gewählt. Zu der Zeit war das Motorola Star Tek gerade ungeheuer Hip und jeder Star Trek liebte das Communicator Design wie verrückt.
Passenderweise befanden sich am Eingang der Ausstellung diverse PADD Varitionen bei denen ich darüber sinnierte wie sich die Computerminiaturisierung entwickeln könnte und damit einmal mehr Star Trek unser Leben veränderte.

Heute im Jahr 2012 sitze ich morgens im Bus und mindestens 5 andere sitzen mit gebeugtem Kopf in der Nähe und Wischen, Drücken und Drehen was das Zeug hält. Mit dem Smartphone (und jüngst der neuen Generation Tablets) hat die PADD Entwicklung schließlich ihren Weg von Star Trek in das reale Leben gefunden. Die moderne Kommunikation an den Fingerspitzen, jederzeit voll vernetzt und informiert, sollte doch eigentlich für einen Geek wie mich das neue Paradies sein. Seltsam, dass ich immer noch ein Mobiltelefon habe, das genau dies ist, nämlich ein Telefon und bei Bedarf SMS Schreiber und mehr nicht.
Ich will den Geräten nicht ihren potentiellen Nutzen absprechen, aber wenn man einmal ehrlich ist, dann hat der Mensch des 21.Jahrhunderts anscheinend bei Weitem noch nicht die Reife erreicht, die ein Jean Luc Picard im 24. haben sollte, wenn er mal wieder lässig ein PADD mit Berichten auf den Tisch scheppern ließ.

Was ist hier falsch gelaufen? Wieso lesen wir nicht große Weltliteratur auf den Geräten, sondern ballern einer Horde Schweine lieber ein paar Vögel um die Ohren? Wieso müssen wir allen und Jedem zu jederzeit sagen, was wir gerade machen, essen, verdauen oder ausscheiden?
Ich denke Smartphones (besonders wenn in Kombination mit sozialen Netzwerken genutzt) sind mehr eine moderne Plage statt eines echten Fortschritts. Ich möchte aus der Haut fahren und einen Vorschlaghammer auf die Dinger anwenden, wenn ich mich mit Leuten treffe und diese statt der anwesenden Gruppe die Hauptaufmerksamkeit auf ihr Smartphone richten. Da werden permanent Statusupdates und Bilder gepostet und permanent mit Leuten online gechattet, während die anwesenden Personen hinter einer Mauer des elektronischen Gesummes verschwinden.
Wenn man dann den Smartphoneuser noch bittet sein Gerät vielleicht mal beiseite zu legen kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit einen ziemlich eingeschnappten Monolog anhören.
Übertreibe ich? Vielleicht, aber allein in meinem Bekanntenkreis gibt es mindestens 6 Leute, die sich mal überlegen sollten, ob ihr Smartphone und Facebook nicht eine unheilige Allianz sind und sie selbst etliche Anzeichen von Suchtverhalten zeigen.
Bei solchen Gelegenheiten frage ich mich dann immer wozu ich mich noch mit diesen Leuten treffe, denn ich würde warscheinlich eher eine Antwort bekommen, wenn ich mich mit ihnen in einem Facebookchat treffen würde, als real anwesend zu sein.

Ich weiß die Möglichkeit, jederzeit mit Personen die mir wichtig sind, zu kommunizieren, aber wie einfach Leute in so einer Situation bereit sind jegliche gute Manieren über Bord zu werfen, finde ich dann doch schon wieder sehr beeindruckend. Das Hauptproblem liegt meines Erachtens vor allem darin, dass dies alle so subtil geschieht und erstmal keinen wirklichen Einfluß hat. Der Prozess ist ziemlich schleichend und baut sich stetig auf, bis man dann irgendwann vollkommen drin hängt. Durch die geschickte Herstellertaktik, dass sich viele Smartphones und Tablets heutzutage schon gar nicht mehr richtig abschalten lassen, wird diese Situation noch verschäft und dann noch schnell eine kleine App untergeschoben und die Mauer steht.

Vielleicht sollte man doch mal wieder dem Vorschlag dieses Herren folgen

30. Dez. 2011

Es ist fast mal wieder soweit. Das Jahr neigt sich seinem Ende zu und der systematische Massenmord an Berlinern wird auch dieses Jahr wieder Einzug in die Häuser halten (und ich mache begeistert mit … wie immer). Gleichzeitig bauen sich die Menschen Raketenarsenale auf, die größer sind als die von Nordkoreas neuem Diktator und bereiten sich auf das Life Reenactment von Global Thermo Nuclear War vor.

Wenn ich dieses Jahr Revue passieren lasse, so bleibt mir irgendwie nicht so wirklich etwas anderes übrig als das Ganze mit einer Schicht aus Zynismus und Sarkasmus zu bedecken.
Die Politk tanzt schon seit Ewigkeiten auf ihrer eigenen Hochzeit und wenn die Eliten dieser Länder verkünden würden, sie hätten einen Arche für den Weltuntergang 2012 gebaut und hauen damit ab Richt Earth2, so würde mich das auch nicht mehr wundern.
Die Welt gerät aus den Fugen und wir Lächeln und Winken. Niemand ist verantwortlich und niemand will etwas ändern und auch das ist mittlerweile Alltag, wir erwarten eigentlich schon gar nicht mehr, dass sich etwas ändert.  Politische Skandale gehen uns am Arsch vorbei und die Opposition, die diese eigentlich ausschlachten sollte schützt den sündigen Sohn auf einmal. Vielleicht sei hier mal ein Blick Richtung Österreich empfohlen … die wissen wie man sowas macht … und das gleich in internationalem Rahmen. ich würde dafür ja einen Facebook Daumen geben, aber ohne Facebook Account geht das nicht.
Habe ich mich damit ins soziale Aus gestellt? Vielleicht, aber immerhin kann mir Zuckerberg den Daumen nicht mehr in den Hintern rammen und mich als Konsumlolly auf dem Altar der Werbetreibenden verhökern.
Überhaupt haben wir irgendwie vergessen wie man miteinander redet finde ich. Vor lauter Statusupdates und permanentem verfügbar sein haben wir bei all der Tipperei vergessen, dass neben uns auf der Couch noch ein anderer Mensch sitzt. Aber irgendwie ist das auch nicht schlimm, schreiben wir ihm doch einen netten Comment unter das Bild von der Weihnachtsfeier, bei der er kotzend über dem Klo hing. Er hat zwar kein Smartphone, wird es aber beim nächsten Login lesen können, das muss dann reichen, wir wollen ja schließlich nicht schwatzhaft sein, das machen Politiker schon zur Genüge um zu verdecken, dass sie nicht im geringsten wissen wohin die Reise gehen soll.

Also stopfen wir uns nochmal die Taschen voll am Buffet der Möglichkeiten und harren der Dinge die da kommen werden, denn 2012 ist ja Schluß, die Maja haben das ja schon vorausgesagt. Entweder das, oder der Macher des Kalenders hatte einen echt grausamen Humor.

Aber seien wir mal ehrlich, wir sind gesund (naja so irgendwie) und wir haben unsere Lieben und Freunde auf die wir uns verlassen können, dass sie in diesen verrückten Zeiten bei uns sind und uns nicht bei der ersten Gelegenheit in die Eier treten, es sei denn wir setzen nun doch den SM Swingerclub Besuch um, den wir schon so lange planen.

Wohin die Reise auch geht, es geht voran … wohin auch sonst auf einer abschüssigen Strasse, bei der keiner weiß wohin sie führt, weil dem Vordermann die Sonne so heftig aus dem Arsch scheint, so dass niemand sieht wohin er rollt.

In diesem Sinne, hoch die Tassen und ein fröhliches “Cheerio Sophie me gal!”

Wir sehen uns 2012 wieder ;)

17. Nov. 2011

In letzter Zeit sind die diversen Coladerivate wie Pilze aus dem Boden geschossen. Einige davon waren Zusatzmarken zu bestehenden Sortimentern und andere sollten als Lifestyleprodukte etabliert werden. Meißtens konnten vor allem die Colas bei mir punkten, die eher in die herbere Richtung gingen, wodurch sich schnell Red Bull Cola als meine Lieblingscola etablierte.

Allerdings kommt jetzt aus Hamburg eine ernsthafte Konkurrenz. Durch Zufall habe ich im Hamburg Journal (ja ich gucke tatsächlich öffentlich rechtliches Fernsehen … da biste platt wa?) einen Bericht über Haji Cola gesehen. Das getränk wird von einem hamburger Kaufmann vertrieben, der eine Cola kreierte, die halal ist und ein anderes Geschmackserlebnis bieten sollte.
Ein schneller Blick auf die Website zeigte mir dann, dass besonder auf dem Grindel etliche Läden die Cola haben, unter anderem auch die von mir frequentierten Monkey Donuts und das Cafe Klett. Leider war die Cola bei meinen letzten Besuchen dort aus, also musste ich auf den Webshop zurückgreifen. Mit 11,98€ zzgl. Versand sind die 12 0,25L Flaschen sicher nicht die günstigste Cola auf dem Markt, aber darum geht es ja auch nicht.
Nachdem ich am Samstag bestellt habe, war die Bestellung am Dienstag bereits ausgeliefert, was echt flott ist … danke dafür.

Also konnte ich natürlich nicht warten und habe die Flaschen in den Kühler geschmissen, um einen ersten Geschmackstest zu machen. Und ja, die Cola schmeckt wirklich anders. Die Grundrichtung ist süßer, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch und katapultiert sie in den Colakeller, in dem das Zuckerwasser von Pepsi haust.
Nein der Fruchtzucker und der Dattelsirup geben dem Getränk eine tolle Süße und einen Geschmack, der sich von allen anderen Colas sehr wohltuend abhebt.
Ich bin ja mal gespannt, denn am Samstag geht die Haji in der Familie in den Feldversuch. Mal sehen wie da das Feedback ist. Auf jeden Fall solltet ihr sie mal probieren, wenn ihr die Chance habt … ist ein hamburger Produkt, das muss man unterstützen ;)

9. Nov. 2011

Es wird Zeit in dieser Welt Zeichen zu setzen. Die zunehmende Schieflage in den sozialen Gefügen, welche wir derzeit wahrnehmen sind erst die ersten wirklichen Anzeichen dessen, was sich noch ereignen wird. Die Politik hat sich dermaßen weit von der Bevölkerung entfernt und sich zur Hure der internationalen Hochfinanz gemacht, dass dem Menschen auf der Strasse kein Sprachrohr mehr bleibt. Die Gesellschaft, so sie die einzelnen Individuen nicht über ein gewissen Ruf verfügen und damit Macht, haben keine Stimme mehr.
Genau darum ist es gut, dass sich Bewegungen wie Occupy und Anonymous formieren um Grenzen aufzuzeigen, die nicht überschritten werden sollten und was “das Volk” wirklich denkt. Deswegen sollten Politiker lieber nicht einfach nur davon ausgehen, dass es sich bei solchen Gruppierungen um Spinner oder Randgruppen handelt, denn bei beiden Gruppen stehen Personen in der Masse, die mitten aus dem Leben kommen.

Gerade Anonymous hat mit diesem Vorurteil zu kämpfen und dies ist auch hausgemacht. Anonymous wird gern als Hackergruppierung bezeichnet was meines Erachtens nicht zutreffend ist. Dadurch, dass die spektakulärsten Aktionen von Anonymous webbasiert sind kommt hier schnell eine entsprechende Meinung auf, die aber nicht wirklich zutreffend ist. Gerade in der letzten Zeit hat sich Anonymous entsprechend politisiert und zeigt auch im Meatspace entsprechende Präsenzen. Nur sind diese Aktionen bei weitem nicht so beachtet wie die online Aktionen, die (zumindest zum Teil) die richtigen Ziele treffen.
Die Organisationsstruktur (oder gerade das Fehlen der Selben) ist sowohl der größte Vorteil, als auch Nachteil von Anonymous. Manchmal scheint Schwarmintelligenz wohl oder übel ein wenig langsamer, bzw. lernresistenter zu sein, als eine strukturierte Organisation. Der Mehrheit von Anonymous muss klar werden, dass es sich hier nicht mehr das “for da Lulz” Kollektiv aus dem Hinterzimmerchen von 4Chan heraus handelt, sondern um eine globale Bewegung von entsprechender sozialer Sprengkraft. Dazu bedarf es keiner großen Sprecher oder ähnlichem. Das Auftauchen von X in Guy Fawkes Masken gekleideter Figuren mit entsprechenden Plakaten vor dem Bundestag bei wichtigen Abstimmungen werden ihren Eindruck schon nicht verfehlen.
Ob sich diese Richtungsänderung vollziehen lässt und die Verfechter entsprechender Internetchaosaktionen sich auf so etwas einlassen würden und die DDOS Waffe nur auspacken, wenn es entsprechend Sinn macht, wird sich noch zeigen müssen.
Anonymous hat Potential ein deutliches gesellschaftliches Zeichen zu sein, nur muss Anonymous das auch wollen. Wenn Anonymous es nicht schafft hier eine Änderung zu vollziehen, werden sie weiterhin mit den entsprechenden Stigamata belegt und belächelt werden und das ganze Potential, welches die Bewegung eigentlich in sich trägt und die Chance einen gesellschaftlichen Gegenpol zu den 1% Mächtigen dieser Welt darzustellen wird einfach nur vertan sein.

4. Nov. 2011

Ungefrähr 20 Jahre nachdem ich meinem Vater das erste Mal seine Oxygene Schallplatte geklaut habe, war es gestern endlich soweit, ich würde Jean Michel Jarre in der O2 World Live sehen.
Bereits 3 Stunden vor dem Auftritt an der Arena angekommen musste ich schon wild grinsen. Da geht man zu einem Konzert und liegt mit seinen (noch) 33 Jahren anscheinend deutlich unter dem Altersdurchschnitt. Aber auch wenn die meißten JMJ Fans anscheinend schon ein wenig älter sind als ich, so hat es mich doch sehr gefreut, zu sehen, dass auch so manch jüngerer Fan den Weg in die Arena fand.
Als wir endlich eingelassen wurden, konnten wir noch die letzten Töne des Soundchecks hören und hatten damit zumindest schon mal eine Ahnung was auf jeden Fall drankommen würde. Das Zeit verging wie im Fluge und als wir schließlich in die Arena gelassen wurden, waberte schon ein wenig Nebel im Raum und die sphärischen Klangteppiche des Jarresounds stimmten einen bereits auf das kommende Event ein. Die Synthesizerbatterien, die auf der Bühne aufgebaut waren hatten teilweise Museumswert, aber den typischen Jarresound scheint man auch heute noch großenteils nur mit den alten analogen Geräten produzieren zu können. Der Aufbau mutete recht spartanisch an, was sich als geschickte Täuschung entpuppen sollte, aber so warteten wir und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
Sehr pünktlich um 20Uhr wurde es schließlich Dunkel und die Leute aus Michels Combo betraten die Bühne. Mit dem Intro betrat dann auch der Meister selbst die Arena und hielt locker und gut gelaunt seinen Einzug mitten durch die Fans. Und so sollte es auch das ganze Konzert über sein. Jarre war immer nah am Publikum und suchte den direkten Kontakt. Wenn man auch mal schnell vermuten könnte, dass er sich primär hinter seinen Sythesizern verstecken würde, so lag man da falsch, denn immer wieder tauchte er am Bühnenrand auf und sprintete von einer Ecke zur anderen, um das Publikum zu animieren. An sich ist das schon eine schwere Sache in Hamburg, aber wer es schafft die Leute zum Aufstehen zu bewegen und zum Mitklatschen (was für den Hamburger an sich ja schon kurz vor der Extase ist) zu animieren, ist schon eine klasse Sonderleistung.
Die Show selbst glänzte von wunderbaren Licht- und Lasereffekten, sowie etlichen geschickt platzierten Kameras, die einem das Gefühl gaben Jarre direkt über die Schulter zu schauen. Bei einer Nummer trug er sogar eine Brille mit integrierter Kamera, welche es dem Publikum ermöglichte, ihm direkt auf die Finger zu schauen, was ein ungeheuer genialer Effekt war.
Musikalisch ließ der Abend fast nichts zu wünschen übrig, denn Oxygene, Equinoxe, Magnetic Fields und alle anderen bekannten Tracks waren dabei. Perfekt wäre die Auswahl gewesen, wenn auch Aero mit von der Partie gewesen wäre, aber leider leider stand der Track wohl nicht auf der Playliste des Abends, aber das ist nur ein kleiner Abstrich, denn abgesehen davon gab es zwei Stunden wunderbare Musik mit einem Jean Michel Jarre, der sich für sein Publikum im wahrsten Sinne des Wortes aufriss, denn irgendwann kurz nach Anfang des Konzertes war im schon das Hemd zerrissen.
Während des Konzertes merkte ich einmal mehr, warum ich so an dieser Musik hänge, denn Jarre benutzt Sequenzen und Töne, welche man heute in der elektronischen Musik nicht mehr so wirklich findet. Er führt den Hörer durch ein Klangspektrum, das neu und anders klingt und die Umarrangierungen der Stücke machten dieses Erlebnis noch spannender. Besonders überraschend war für mich der Einsatz des Teremiens, denn ich hätte nicht gedacht, dass man damit so richtig fiese niederfrequente Töne erzeugen kann, die einem so richtig in den Magen hauen und die Hose zum flattern bringen … nur genial.
An einer weiteren Stelle nahm er sich dann noch die Zeit auf sein Engagement bei UNESCO hinzuweisen, welche unter anderem 1Cent von jedem seiner Verkäufe erhalten, was ich sehr lobenswert finde. Er meinte das 1Cent allein nicht viel ist, aber wenn jeder Musiker dies täte und jede Zeitung 1Cent von jeder Ausgabe abgeben würde, könnte man eine Geldflut erzeugen, die das weltweite Bildungsproblem in 6 Monaten lösen könnte.

Als ich dann um viertel nach zehn wieder in die kalte Abendluft entlassen wurde grinste ich immer noch wie ein Irrer, denn dieser Abend war für mich die Krönung eines Musikgenres, welche mit einer alten zerkratzten Schallplatte began. 90€ je Ticket sind sicher kein Pappenstil für ein Konzert, aber dieses Erlebnis war es mehr als wert.

18. Okt. 2011

Bereits seit September ging der Wahnsinn in eine neue Runde und seit gestern mische ich auch mit. Trackmania heist der Wahnsinn und mit Canyon steht der neueste Teil ins Haus.
Prinzipiell ist das Autorennen auf den ersten Blick nicht von anderen zu unterscheiden. Ein Solomode stellt den Fahrer vor unterschiedliche Aufgaben die es zu bewältigen gilt und in einem Multiplayermode geht es gegeneinander auf die Strecke.

Wer noch das gute alte Trackmania Nations kennt, der weiß, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Das Spiel hat ein Suchtpotential, das immens ist. Die Einzelrennen sind allesamt relativ kurz, stellen aber eine sehr knackige Streckenführung bereit, die es zu knacken gilt. Kaum denkt man, dass man sauber durch die Haarnadel gekommen ist, verpasst man den schmalen Grat zum Looping und fliegt ab ins Nirvana. Es bleibt dann natürlich nicht dabei, dass es noch ein oder zweimal versucht den Bogen richtig zu bekommen, sondern auch 50 – 100 mal, wenn man mal wieder nur um 2 tausendstel zu langsam war um die Goldmedaille auf der Strecke abzugreifen.
Ausserdem wirken die Strecken auf den ersten Blick oft recht simpel und der Teufel versteckt sich im Detail  und springt einem natürlich immer im falschen Moment direkt ins Gesicht.

Während Nations noch in einer Art Stadionatmosphäre gespielt wurde, verlegt sich Canyon nun nach draußen und bietet tolle Einblicke und Landschaften, die man allerdings meißtens nur in den Replays geniessen kann. Grafisch sehr anständig geht es durch wilde Kurvenkombinationen, Sprünge, Abgründe, Loopings und noch so allerhand mehr Gemeinheiten, die man sich vorstellen kann.
Wirklich suchtgefährdend wird das Spiel dann aber erst in den Multiplayerrennen, an denen in Canyon nun bis zu 200 Spieler gleichzeitig teilnehmen können. Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit mir eines anzuschauen, da ich noch mitten im Training stecke, aber der Moment wird kommen.
Spannend ist auch, dass ich sehr genau sehen kann, wer in meiner Umgebung wie gut ist. So war ich gestern in der regionalen Liga in Hamburg noch auf Platz 239. Weltweit gibt es mehr als 10 Millionen registrierte Fahrer, wobei hier natürlich  die Frage bleibt, wieviele davon Karteileichen sind, aber auch das ist egal, denn wenn das Adrenalin sich hochschaukelt und man in der Startaufstellung für das nächste Rennen steht ist dieser Gedanke nebensächlich.

Die Steuerung ist gewohnt simpel, aber anspruchsvoll und auch wenn sie leicht zu erlernen ist, so braucht es eine Weile bis man sie gemeistert hat, aber genau das macht den Reiz des Spieles aus.
Interessant ist der Vertriebsweg, denn Canyon kann man nicht im Laden kaufen, sondern es gibt ausschließlich den digitalen Download, der mit 19,99€ zu buche schlägt, was ich ganz angenehm finde von der Preisgestaltung. Bezahlt werden kann auf diversen Wege, da wurde an alles gedacht. Erneute Downloads sind jederzeit möglich und das Brennen auf CD um eine Sicherheitskopie zu erstellen ebenfalls.
Der Soundtrack des Spieles ist unaufdringlich und ganz nett, aber ich empfehle eher eine Mischung aus Pitchshifter, Rammstein, System of a down, Atari Teenage Riot und LTJ Bukem, damit die Luzi so richtig ab geht.

Und wer möchte soll einfach mal nach meinem Nick “BrowserXL” suchen, dann gibt es mal richtig auf die Fresse ;)

6. Okt. 2011

Es ist schon irgendwie merkwürdig. Wenn man unter spielebegeisterten Individuen eine Umfrage nach den beliebtesten Spielen macht, dann bekommt sehr häufig Antworten, die sich noch auf das 8 Bit Zeitalter beziehen.
Wegen der überragenden Grafik wird eine solche Wahl sicher nicht getroffen, denn selbst ein Low Budget Game heutiger Tage sieht da besser aus als die Klötzchenwüsten vergangener Tage. Nein der Grund liegt einfach in der Tatsache, dass diese Spiele seinerzeit einfach wesentlich innovativer waren, als der zweihundertste Aufguss von Call of Duty oder was auch immer man heute noch so spielt. Der beste Beweis hierfür wurde mir neulich von meinem Bruder zugespielt.

Eines der Spiele, welche mich in meiner Kindheit immer wieder gefesselt hatten war das Spiel M.U.L.E.. Im Grunde war die Idee einfach und das Spielprinzip simpel, sorgte aber dank immer wieder anderer Spielverläufe für eine hohe Langzeitmotivation.
Die Story hinter M.U.L.E. war die, dass man als einer von 4 Pionieren auf dem Planeten Irata landet und dort eine blühende Kolonie aufbauen soll. Hierzu sichert man sich Land, baut dort Produktionsstätten auf und handelt mit den Erzeugnissen. Zufällige Ereignisse beeinflussen die Geschehnisse, wie Piratenüberfälle, Solarfleckenaktivitäten oder saurer Regen (der allerdings die Pflanzen besser wachsen lässt … naja es waren die 80er) und jede Runde versuchte man den Wampus zu fangen.
12 Monate später kam das Kolonieschiff wieder zurück und der Tag der Abrechnung kam.

Mittlerweile gibt es aber ein Remake dieses Klassikers. Dabei macht dieses Remake alles richtig und schraubt nicht unnötig am Spielprinzip herum, sondern gießt es in eine zeitgemäße Form und stattet es mit neuer Technik aus. Dank des Onlineclients ist es nun möglich auch per Internet mit seinen Freunden die Hatz nach Geld und Rohstoffen zu spielen. Wer sich also noch an M.U.L.E. erinnern kann oder ein neuer Fan werden möchte, kann dies unter http://www.planetmule.com tun.

Mein Nick bei Planetmule ist wie üblich BrowserXL und ich hoffe mal wir drehen mal ein paar Runden.

3. Okt. 2011

Nach der entsprechenden Ankündigung ist es heute soweit, meine Facebookentwöhnung beginnt. Sicher ist das kein harter Entzug, denn mit G+ steht das entsprechende Methadonprogramm, bereit, dennoch wird dieses mittelfristig erstmal kein Ersatz bleiben.

Die Reaktionen auf meinen geplanten Ausstieg waren dann doch sehr überraschend. Die Mehrheit meiner Kontakte hatte sich gar nicht geäussert, was ich durchaus verstehen kann. Entweder verfüge ich über alternative Kommunikationskanäle oder die Kontakte waren bestenfalls flüchtig, so dass hier einfach nicht mehr zu erwarten war. Einige weitere haben sich dem Exodus angeschlossen und wieder andere zeigten sich sehr besorgt über die Entwicklung, so dass ich mehrere Facebook Telefonseelsorgenstunden abreissen musste, um zu erklären, was hier nun eigentlich zukünftig seitens der Geschäftsleitung geplant ist.
Interessant ist auch wie verschieden dann die Reaktionen bei einigen Kontakten war, die ebenfalls den Ausstieg angekündigt haben. Hier reichte die Kommentarpalette von “Überlegs dir nochmal.” über “Du kommst ja eh wieder.” bis hin zu “Du spinnst doch.”. Zugegeben einige dieser Kontakte haben da ein wenig lautstärker getrommelt als ich es gemacht habe, aber dennoch finde ich die Reaktion bemerkenswert.

Es wäre naiv zu glauben, dass jetzt bei G+ alles besser werden würde. Mal ehrlich, sowohl Facebook als auch G+ verdienen ihr Geld über die Vermarktung von Werbung. Je genauer ich in der Lage bin den einzelnen Kunden zu verstehen, um so wahrscheinlicher ist es, dass eine für ihn platzierte Werbung zu einem Kauf führt. Eine Firma, die dies mittlerweile richtig perfektioniert hat ist Amazon. Man guckt sich etwas an und in Kürze hat man entsprechende Empfehlungen passend zum angeschauen auf der Startseite oder im Briefkasten.
Bei FB und G+ ist dies nicht anders, nur geht es noch viel weiter, weil die Datenbasis viel größer ist. Dies ist Teil des Deals. Wir bekommen eine kostenlose Dienstleistung in Form des sozialen Netzwerks und die Anbieter verwenden unsere Daten zur Streuung entsprechender Informationen, die für uns interessant sein könnten und damit Umsatz für den Betreiber bedeuten. Damit sind wir eigentlich schon kein Kunde mehr, sondern die Ware, darüber sollte man sich einmal klar sein.
Interessant wird es allerdings erst in dem Moment, wenn man sich über Eigentumsverhältnisse, Speicherung und ungewollter Veröffentlichung genauere Gedanken macht.
Facebook geht hier davon aus, dass alles was wir auf ihren Servern speichern von nun an ihnen gehört, unbegrenzt gespeichert und benutzt werden darf und öffentlich einzusehen sein soll. Dem User wird hier die Entscheidungsgewalt über seine eigenen eingegeben Daten entzogen. Bei jedem neuen Dienst, den Facebook startet wird das Einverständnis des Users zur Preisgabe seiner Daten vorausgesetzt. Dies führt im Extremfall dazu, dass der einzelne User alle 14 Tage seinen Account durchflöhen darf und die Privatsphäreeinstellungen nachzurren darf. Da die entsprechenden Einstellungen immer undurchsichtiger werden, sind hier ungewollte Veröffentlichungen schon vorprogrammiert.
Hier hat Google tatsächlich einen Schritt weiter gedacht. Ich habe in den entsprechenden Richtlinien herumgeforstet und den Teil, welchen ich mir vorgenommen habe (wohlgemerkt nicht alle involvierten Produkte, dazu war das im ersten Schritt zu viel) zeigte sich, dass der Benutzer hier Herr über seine Daten bleibt. Es wurden gewisse Verweilfristen eingeräumt bis zur endgültigen Löschung, sowie die mögliche längere Lebensdauer in Backups, aber nicht in einem Umfang der Enteignung wie es Facebook betreibt. Es bleibt abzuwarten, wie lange diese (im Verhältnis) liberale Politik aufrecht erhalten werden wird, denn auch ich vermag nicht in die Kristallkugel zu schauen und die Zukunft vorher zu sagen, aber im Moment ist (entgegen meiner bisherigen Annahmen) Google sogar fast als moderat einzustufen. Ausserdem bleiben meine bisherigen Settings was die Privatsphäre angeht auf den Einstellungen, die ich gewählt habe und das ist schon mal was.Dennoch sollte bei all dieser Euphorie nicht vergessen werden, dass auch Google ein wirtschaftliches Interesse bei der Verwendung unserer Daten vorliegt und das es sicherlich bald dazu kommen kann, dass auch hier jegliche Zurückhaltung aufgegeben werden wird.Eine echte Kontrolle wird es hier sicher nur geben, wenn es sich um ein soziales Netzwerk in den Händen der User handeln würde. So etwas hatten wir einmal vor recht langer Zeit, was allerdings aufgrund von diversen Erosionserscheinungen eingestellt wurde, aber irgendwie waren wir unserer Zeit voraus.

So, nun ist es in der Tat kurz vor 12 und mein nächster Gang wird die Accountlöschung sein. Entsprechende Anleitungen in deutscher und englischer Sprache habe ich an verschiedenen Stellen gefunden und deswegen gehe ich davon aus, dass diese funktionieren sollten. Dennoch sind sie ungetestet und ich werde das Spielchen beobachten müssen, um zu sehen, ob sie Erfolg haben.
Interessant ist auch, dass Facebook sogar so sehr an seinen Usern hängt, dass sie bereits zweimal einen Kommentar eines Freundes gelöscht haben, der die Anleitung in meiner Ankündigung, dass ich gehen werde gepostet hat. Auch hier zeigt sich einmal mehr das hässliche Gesicht von Facebook.

Ich werde diesem Artikel die Anleitung zur Löschung des Facebookaccounts anhängen und dann den Löschenbutton drücken. Wundert euch als nicht, wenn ich auf Kommentare an dieser Stelle nicht mehr reagieren werde.

1.Im Menü unter “Konto” den “Hilfebereich” auswählen.

2.Unter “Hilfethemen Durchsuchen” auf “Profil” klicken.

3.Im nächsten Schritt unter “Profil” auf “Kontoeinstellungen” klicken.

4.Dann wählt man “Wie kann ich mein Konto dauerhaft löschen.”

5.Nun findet man einen Erklärungstext, der den Unterschied zwischen Deaktivieren und Löschen erläutert. In
diesem befindet sich, recht gut versteckt, ein weiterer Link: “Wenn du dein Konto dauerhaft ohne die Möglichkeit der Wiederherstellung löschen lassen möchtest, melde dich auf deinem Konto an und klick hier um deine Anfrage zu senden.” Man muss auf das Wort “hier” klicken, um auf eine weitere Seite zu gelangen.

6.Auf der nun sich öffnenden Seite steht oben “Mein Konto löschen”. Dort befindet sich eine Schaltfläche “Absenden”. Anklicken und der Prozess zur Löschung des Facebook Accounts ist eingeleitet.

7.Weiterhin haben User berichtet, dass es erforderlich ist den Account ab dieser Anfrage 14 Tage nicht mehr zu öffnen. Jegliche Interaktion mit Facebook bewirkt eine Stornierung zum Antrag der Löschung. Empfohlen wird außerdem alle Browserverläufe und Cookies zu löschen um die Risiken zu minimieren aus Versehen den Account zu nutzen – auch auf das iPhone und Apps achte, die auf Facebook zugreifen. Wichtig ist nämlich zu beachten, dass der Account nicht mit dem Absenden gelöscht ist, sondern erst einige Zeit später!

27. Sep. 2011

Während Herr Zuckerberg seine neue Vision für die Zukunft von Facebook kundtut, breitet sich bei mir so langsam Gänsehaut unter den Fußsohlen aus. Dabei ist die Idee eigentlich so schön einfach. Facebook als zentraler Anlaufpunkt für alle deine Aktivitäten und die ultimative Vernetzung mit deinen Freunden und Bekannten. Die Erstellung eines Lebenslogs von der Geburt bis zur Urne wurde bei der Präsentation als neuer Kernpunkt in der Strategie verkündet (na super, wer will schon, dass seine Eltern die eigene Facebookpage pflegen).
Diesen Ansatz verfolgte schon mal eine Firma und ist damit an ihren Usern gescheitert. Einige von euch haben vielleicht noch ein paar CDs von ihnen als Kaffeebecheruntersetzer, aber ich denke mal den meißten ist AOL noch ein Begriff.
Hier wird wieder ein ähnlicher Ansatz gefahren, der allerdings aufgrund der viel weiter fortgeschrittenen Technik noch einiges oben drauf packt. Auch das ist eigentlich noch nicht das Schlimmste, aber wenn man bedenkt wie larifair Facebook mit dem Thema Datenschutz umgeht und dadurch immer wieder in diverse Konflikte gerät habe ich bei einer so umfassenden Datensammlung echte Bedenken, denn egal wie sehr ich mich immer wieder durch die unübersichtlichen Datenschutzeinstellungen kämpfe, werde ich das Gefühl nicht los irgendwas übersehen zu haben.

Paranoia? Naja nur weil man nicht glaubt, dass sie einen nicht verfolgen, bedeutet es noch lange nicht, das sie nicht hinter dir her sind. Zuckerberg hat auf der entsprechenden Präsentation ja zugegeben eine quasi ewige Speicherung der Daten in jeder Form durchführen zu wollen, dazu braucht man keine Paranoia um einmal die Konsequenzen klar vor Augen zu haben. Mit immer neuen Diensten, welche die Daten ohne vorher zu fragen übernehmen hat sich Zuckerberg nicht als Freund des Datenschutzes erwiesen und so ist auch die Möglichkeit, dass unbegrenzt viele Unbefugte an Daten kommen, von denen ich nicht will, dass sie sie bekommen, sehr real.

Ich habe mich daher entschlossen mein Facebookprofil kurz und klein zu hauen und der Site den Rücken zu kehren. Da ich allerdings nicht gänzlich der Idee eines sozialen Netzwerks abgeneigt bin, werde ich mich einmal bei Google+ umsehen. Dies bedeutet zwar den Teufel mit dem Belzebub zu bekämpfen, aber immerhin habe ich bei Google+ zumindest noch ansatzweise das Gefühl selbst über meine Daten zu bestimen. Mal abgesehen davon plane ich G+ erstmal sehr langsam angehen zu lassen, bevor ich richtig einsteige und mir so immer die Tür offen halte auch jederzeit wieder zu gehen.

Strenggenommen bieten soziale Netzwerke keinen echten Mehrwert. Es handelt sich hierbei lediglich um Aggregatoren von Diensten, welche aus Web1.0 Zeiten eigentlich auch nicht unbekannt sind. Sie stellen der Masse des Webvolkes, welches sich keine Arbeit mit eigenen Präsenzen machen will einen schnellen und unkomplizierten Weg Infos zu verwalten und zu teilen. Dies ist allerdings schon immer möglich gewesen, Facebook und Co bedienen dabei nur die eigene zivilisatorische Faulheit. Dies hat dazu geführt, das echte Amateurinhalte aus dem Web mehr oder weniger verschwunden sind und gefühlt heute kaum noch einen wichtigen Beitrag leisten, so wie es vielleicht vor 10 Jahren noch gewesen ist. Parallel dazu ist die Kommunikationskultur des Webs mehr und mehr eine Einbahnstrasse geworden, während die social networks zumindest einen Teil der noch kommunikationswilligen und -fähigen abgegriffen haben.

Wer einfach mal ein wenig mehr über das schöne neue Facebook lesen will … Voila:

Spiegel Online
Netzpolitik.org
Süddeutsche Zeitung

20. Sep. 2011

Am Sonntag zog sich ein Beben durch die politische Landschaft, oder vielleicht etwas passender ein Tsunami. Knapp an den 9% vorbei, aber dennoch mit großem Hallo im Abgeordnetenhaus vertreten, haben die Piraten der FDP und so manch anderer Partei gezeigt wo der Bartel den Most herholt.
Wie nicht anders zu erwarten stürzte sich die Springerpresse sehr bereitwillig auf diesen neuen Störkörper der deutschen Politik und so mancher Kritiker wird nicht müde, den Piraten ein sehr kurzes Leben vorauszusagen. Dabei ist es besonders lustig, dass viele Phrasen, welche heute gegen die Piraten ins Feld geführt werden, auch seinerzeit bei den Grünen benutzt wurden. Was hat es der Springerpresse genutzt? Genau … nichts!
Wohl oder übel werden sich die etablierten Parteien von nun an ernsthaft mit den Piraten auseinandersetzen müssen und das ist auch gut.

Sowohl die fatalen Fehleinschätzungen der FDP und der Grünen haben deutlich gemacht, dass die Piraten eben nicht die Eintagsfliege sind, sondern entgegen jeglicher negativer Berichterstattung durchaus ein Interesse daran haben Politik zu machen und zu gestalten. Hierbei werden immer wieder gene die üblichen Anfängerfehler mit Genuß ausgewalzt, die eine Partei nun mal macht, die bisher nicht zu den etablierten Machtcliquen gehört hat. Auch die Piraten müssen nun Politik lernen und ich gehe davon aus, dass dies sehr schnell passieren wird.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass hier weiterhin die konstruktive Arbeit in den Vordergrund gerückt wird und als Gegenpol zur überwiegend “Belächlungspresse” aufgebaut wird. Die Grünen haben es geschafft und haben damit eine völlig neue Thematik in der Politik etabliert. Genau diese Aufgabe liegt nun auch vor den Piraten und wenn es gelingt die Kerninteressen der Piraten in der alltäglichen Politik genauso zu verankern, wie es seinerzeit den Grünen gelang, dann hat diese Partei ihren Zweck auch mehr als erfüllt.
Ich mache mir keine Illusionen daraus, dass auch wenn jetzt versprochen wird, dass man seinen Idealen treu bleiben wird, dass dies nicht der Fall sein wird, wenn die Piraten auch aktiv an der Macht sind. Es ist eines die Macht zu erhalten, aber etwas vollkommen anderes, dann auch uneingeschränkt zu dem zu stehen woher man kommt. Die Verlockung der Macht ist hier um einiges größer und bisher hat noch jede Partei dieser Verlockung nicht wiederstehen können.
Meine Hoffnung ist zwar, dass die Piraten einen anderen Weg beschreiten werden, und dank der etwas anderen Entscheidungsstruktur und der transparenteren Organisation kann dies vielleicht sogar klappen, aber der Hund kackt halt auch eben erst hinten.

Positiv zu verzeichnen ist ohne Frage die Tatsache, dass die Piraten allen Unkenrufen zum Trotze es geschafft haben Wähler zu mobilisieren. Das ist eine Leistung, die sich schon lange keine Partei mehr so richtig auf die Fahnen schreiben kann. Und auch wenn die breite Öffentlichkeit uns eher als eine Spaßtruppe sieht, ohne Ziel und Richtung, so haben wir doch durchaus einen Plan, Ideen und ein Ziel. Vielleicht müssen wir erstmal der Underdog sein, bevor wir ernst genommen werden.

Bereit zum entern!

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  • Garou: Ein Schaf-Thriller

    Garou: Ein Schaf-Thriller by Leonie Swann

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