November 23

Versuchen wir es doch mal

Hallo zusammen,

ich wurde, nicht unberechtigt, in der letzten Zeit des Öfteren gefragt, ob diese Seite komplett eingeschlafen ist. Das vehement zu verneinen ist nicht unbedingt die ganze Wahrheit. Aber wirklich aufgeben will ich die Seite auch nicht und plane auch weiterhin hier zu veröffentlichen, will aber auch andere Wege gehen.
Einer dieser anderen Wege ist die Nutzung von Youtube, um Themen aufzugreifen, die sich in schriftlicher Form schwer darstellen lassen, bzw. einfach nicht meinen Anspruch für ein großes Blogpost erfüllen.
Da es aber nicht unbedingt spannend ist mir zuzugucken, wie ich mich in Rage rede ;) habe ich mir gedacht unterlegen wir das ganze mit ein paar netten Bildern, ebensolcher Musik und basteln daraus eine Kombination aus VLog und Let’s play.

Ich bin gespannt auf euer Feedback.

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August 31

Der Eiseimer und ich

Ok es war nur eine Frage der Zeit, bis es auch bei mir passieren mußte. Ich wurde vor Kurzem wie so viele andere auch zur Icebucket Challenge herausegfordert. Eigentlich sollte ich hier nichts mehr erklären müssen, aber der Vollständigkeit halber hier die originale Challenge:

Spende 100$ and die ALSA. Wenn du das nicht kannst, dann kippe Dir einen Eimer Eiswasser über den Kopf und spende 10$ an die ALSA. Du nominierst danach 3 weitere Personen. Du hast 24 Stunden Zeit.

 

ALS ist eine bis heute unheilbare Muskelkrankheit. Viele haben bis zu dieser Challenge (und warscheinlich auch immernoch trotz dieser Challenge) noch nie etwas von dieser Krankheit gehört, obwohl ihr bekanntester Patient der Physiker Steven Hawking ist. Von daher hat diese Challenge schon echt etwas erreicht und die 90Mio$, welche eingenommen wurden sollten hier der Forschung helfen.
Jan wird in Kürze 2 und erfreut sich besert Gesundheit und entwickelt sich wie Unkraut. Ich glaube als Elternteil gibt es keine schönere Nachricht als diese. Von daher war es für mich eigentlich klar, ich würde auch teilnehmen und spenden. Als es nun soweit war, schaute ich mir Videos und machte mir meine Gedanken. Mein Favorit war zweifelsohne wiedermal meinem Lieblingshobby geschuldet, ich wollte es so machen wie Patrick Stewart.

Aber mit Information kommen auch Zweifel. Viele Leute treiben wiedermal nur noch die Sau durchs Dorf. Es geht um die Inszenierung und nicht um die Sache. Viele erwähnen nicht mal den Zweck oder hinterlegen keine Infos zum Thema, geschweige denn eine Spendenadresse … der Aufruf wurde zum Funevent ohne Sinn und Zweck. Und wenn man dann noch über einen Artikel stolpert, der die ALSA in die Nähe von zweifelhaften Tierversuchen rückt, dann schwindet zunehmend auch die Bereitschaft sich für eine Sache einzusetzen.
Vor allem wo geht so eine Reise hin? Essen wir in einem Monat eine ganze Bananenstaude, um auf Unterernährung aufmerksam zu machen und dann im darauffolgenden Monat versuchen wir ein Spaghettieis mit einem Löffel zu essen, den wir nur mit den Füßen führen? Kann auch irgendwie nicht der Sinn sein.
Ein Eyeopener kam mir dann mit dem ALS Challenge Video von Claus Hensel. Eigentlich ist die Sache ganz einfach. Es geht nicht darum etwas gutes zu tun, weil eine soziale Dynamik einen dazu zwingt, im Zweifelsfall wenn man sogar nicht dahinter steht, sondern es geht darum etwas gutes zu tun, weil man davon überzeugt ist.

Aus diesem Grunde habe ich mich entschieden eine lange überfällige Entscheidung zu treffen und Organspender zu werden. Ohne Organspende würde Jan sich heute wohl nicht so sehr Spaß mit seinem Ur-Opa haben. Martina unterstützt zum Beispiel die Björn Steiger Stiftung und auch das ist ein guter Zweck der richtig und wichtig ist.
Um uns herum gibt es jede Menge Menschen und Organisationen, die für einen guten Zweck eintreten und  alle diese Organisationen benötigen auf die eine oder andere Weise Hilfe.

Da es eine gute Sitte ist eine solche Challenge durch weitere Nominierungen abzuschließen; nominiere ich an dieser Stelle alle, die einen guten Zweck unterstützen wollen, weil sie davon überzeugt sind und nicht weil ein Eiswassereimer über ihren Köpfen hängt.
Und für alle, die etwas für ALS tun wollen, empfehle ich dann eher den Besuch der Seite des DGM.

Ich für meinen Teil werde mich jetzt noch informieren, wie ich Teil der DKMS Datei werden.

organspende

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Kategorie: Allgemein | 2 Kommentare
Juli 30

HALLO?!? – Ein Kommentar zur Lage des öffentlichen Verständnisses

Auch wenn es in letzter Zeit recht still um diesen Blog wurde, so bin ich doch weiterhin ein Beobachter dessen was um mich herum passiert und gewillt ein paar Worte zu Dingen zu verlieren, die mich interessieren. Allerdings bin ich auch ein junger Vater und so hat sich meine Warnehmung und meine Prioritäten in den letzten (fast) zwei Jahren doch recht massiv geändert.

Aber es bedarf keines Abschlußes in Raketenwissenschaft, um festzustellen, dass 2014 ein Jahr ist, dass Gesprächsstoff genug liefert. Krisen um uns herum flackern wieder auf oder entzünden sich neu, Seuchen breiten sich aus und nebenher liefert die NSA jetzt wohl den umfassendsden Backupservice seit der Erfindung des Internets.
Ich will auch gar nicht so direkt über diese Themen sprechen, als vielmehr den sozialen Impact den sie zu haben scheinen.
Manchmal so scheint es, dass wir uns an der Schwelle eines neues kalten Krieges befinden. Da scheint es einigen Leuten entgangen zu sein, dass wir uns hier auf einer Insel der Glückseeligen befinden und damit eine Lebensqualität haben, die ihres gleichen sucht.
So ist es gerade vor diesem Hintergrund doch sehr verwunderlich, wie das aktuelle politische Geschehen aufgenommen wird.

So ist es gerade wieder richtig in Mode fröhliches USA Bashing zu betreiben. So ist gerne mal von der terroristischen Achse USA Israel die Rede und es wird auch gerne mal so zurechtgerückt, dass Rußland hier eigentlich ein unbescholtenes Opfer ist.
Wenn ich solche Äußerungen sehe wird mir ehrlich gesagt schlecht.
Was viele Leute heutzutage anscheinend vergessen haben ist, dass Deutschland seit jeher ein Faustpfand der Siegermächte war. Das wir uns heute in der Situation befinden, um die man uns beneidet ist nicht zuletzt dem Marschallplan geschuldet, der aus einem am Boden liegenden Land wieder eine der führenden Industrienationen gemacht hat, die nun schon sehr lange in Frieden mit seinen Nachbarn lebt. Dies alles geschah von Amerikas Gnaden und ich habe so meine berechtigten Zweifel, dass unter einer russischen Herrschaft ähnliches möglich gewesen wäre.Betrachtet man die jüngsten Ereignisse in Rußland, so finde ich dort Gesetze, die es verbieten sich öffentlich zu seiner Homosexualität zu bekennen (mal ganz abgesehen davon, dass es in den USA ähnliche Bestrebungen gibt, die aber von einigen wachen Geistern verhindert werden)  und dies unter hohe Strafe stellen. Ich sehe ein Land, in dem ein EX KGB Mitarbeiter (die ja für ihre Mildtätigkeit bekannt sind) an der Spitze sitzt (und das nicht zum ersten mal. Man mußte halt nur eine Marionette zwischenparken), und dies mit einer eisernen um seine Person gefestigten Macht. Gleichzeitig wird jede Opposition mit eiserner Faust nieder gehalten.
Für alle die hier meinen wie erstrebenswert russische Verhältnisse sind, sollte mal darüber nachdenken, wie es sein könnte, wenn man eben nicht Depardieu oder Snowden heißt, sondern Politkowskaja.
Ein weiteres gern genanntes Argument ist es, dass Rußland eine weitere imperialistische Anstrengung der USA In Syrien unterbinden würde. Ja aber natürlich machen sie das, denn sonst könnten sie ihrem Best Buddy Assad ja kein russisches Militärequipment mehr verkaufen. Die entsprechenden Deals sind kein Geheimnis, und wie die USA so fördert auch Rußland die Bewaffnung des nahen Ostens. Und jetzt kommt mir bitte nicht mit irgendwelchen Schuldfragen und wer hat angefangen, denn in der aktuellen Situation spielt das definitiv keine Rolle, denn das Faß wird endgültig explodieren, wenn nicht etwas radikal anderes getan wird.
Das Geschwür an dieser Stelle heißt Nationalismus und in genau diesen Topf gehören auch die israelische Regierung, sowie die radikal islamischen Palästinenserorganisationen. Überall da wo Fundamentalismus das Denken der Menschen beherrscht wird sich auf Dauer nichts ändern und da sind alle herzlich willkommen.
In Deutschland werden wir in dieser Richtung sicherlich keine Probleme bekommen, denn die höchste Form, des staatlich sanktionierten Nationalismus ist der Sieg bei der Fußball WM.

Ein weiteres ,Kuriosum ist die gerade dieser Tage entflammte Debatte rund um die Qualität des deutschen Journalismus, der durch die usamerikanische Regierung kontrolliert wird. Als Beispiel wird hier gern ein Beitrag aus die Anstalt genommen. In diesem geht es um die Nähe von Medien zu amerikanischen Stiftungen. Auch wenn hier einiges dran ist (das will ich nicht abstreiten) vergißt man hier ein paar wichtige Punkte. So handelt es sich bei der Anstalt um eine Satiresendung. Man sollte hier vielleicht mal darüber nachdenken, was das Wesen von Satire ist. Des weiteren fehlen in dem Beitrag jegliche Quellbezüge und wenn den entsprechenden Leute der deustche Qualitätjournalismus (was ja mittlerweile als Schimpfwort benutzt wird) nicht reicht ist vielleicht das amerikanische Vorbild unter der Knute von Rupert Murdoch oder die russische Variante unter der Zensurkeule von Vladimir Putin lieber.
Es ist nicht das erste mal dieses Jahr, dass satirische Beiträge zu einem echten journalistischem Produkt erhoben wurden. Bereits zweimal wurden Beiträge des Postillion dieses Jahr für bare Münze genommen und auch so zitiert.
Wenn wir also mittlerweile so weit sind, dass Satire der wirkliche Journalismus ist, was sagt dies dann aus über die Konsumenten?
Auch ist es eigentlich nichts neues, dass die Zeit will, dass der Beitrag verschwindet (welchen der ZDF in vorauseilenden Gehorsam bereits entfernt hat). Ein gewisser Herr Strauß hatte mehr als einmal Probleme mit der Presse, ein Herr Wulf ebenso. Aber zeugt es nicht von einer funktionierenden Medienlandschaft, wenn zum Beispiel der Spiegel heute über genau dieses Thema berichtet?

Euch allen Armlehnenrevoluzzern und Facebookradikalen möchte ich wirklich gerne sagen, dass es vielleicht mal wieder an der Zeit ist selbst zu denken, anstatt jeden Bullshit einfach nur zu konsumieren und weiter zu posten. Es ist schön einfach dank teilen und liken sich nicht mit Themen auseinanderzusetzen, sie aber weiterverbreiten zu können ohne selbst darüber zu reflektieren.
Ich bin nicht naiv genug nicht zu wissen, dass die aktuelle Weltlage zunehmend ernster wird. Aber das entbindet mich nicht der kritischen Auseinandersetzung damit zugunsten einer Verbreitung von Scheißhausparolen. Das wirkliche Korrektiv einer aus den Fugen geratenen Regierung ist die kritische Auseinandersetzung mit ihren Taten, aber zwischen Katzenbildern und Memes ist da halt nicht viel Zeit für.
Allerdings fehlt dieses Korrektiv in dem Moment, in dem es die Glaubwürdigkeit verliert und das ist hier schon längst passiert. Da wo Platitüden und Populismus unter dem Deckmantel des sozialen und politischem Gewissens anonym verbreitet werden, hat solche Information ihren Wert verloren und hat eine gefährliche Eigendynamik gewonnen.
Im Grunde brauchen wir auf unserer Insel der Glückseeligen niemanden, der uns das Hirn wäscht … das erledigen wir im Moment selbst.

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Januar 22

Die Welt in 1*1 Meter

2014-01-06_18.34.28Wenn man sich ein wenig für Computerspiele interessiert, so hat man sicherlich auch irgendwann einmal von Minecraft gehört. Das Spiel ist ein guter Beweis dafür, dass eine gute Idee keine Majorstudios braucht und dennoch ein wahnsinnger Erfolg sein kann. Notch (gewählt auf die Nummer 2 der Time Magazine People 100 2013) hat etwas erschaffen was einfach großartig ist … zumindest wenn man als Kind ein wenig Lego in seinem Kinderzimmer hatte, denn vom Grundgedanken her ist Minecraft nichts anderes.

Für alle die nicht wissen worum es geht, hier eine kleine Zusammenfassung. Minecraft gehört zur Gattung der Open World Spiele. Es gibt kein Endziel auf das alles hinzusteuert und damit das Spiel enden lässt, sondern im Zweifelsfall wächst das Spiel kontinuierlich weiter. Der Spieler kann umherziehen und quasi unendlich weit laufen, denn immer dann wenn er an das Ende der Welt kommt, wird ein weiterer Abschnitt generiert. Die einzige Grenze ist hierbei im Grund der Rechner, der logischerweise irgendwann eine Welt nicht mehr halten kann und alle viere von sich streckt.
Der Spieler selbst wird dabei einfach mit nichts ausser seinen Klamotten in die Welt geworfen und darf nun je nach Spielmodus seinen Lieblingsbeschäftigungen frönen.
Ist man eher der Legobaukastenspieler wird man zum Kreativmodus greifen. Hier wird man nicht angegriffen, hat unendlich Ressourcen, Hunger und Gesundheit tangieren einen relativ wenig und zur Krönung ist das Fliegen kein Problem.
Wer hingegen die Legoerfahrung mit ein bißchen Spannung kombinieren möchte, der greift zum Survivalmodus.
Hier geht es darum sich aus dem Nichts eine Welt zu erschafffen, zu überleben und evtl. nach einem Tripp in die Hölle mit einem Drachen zu kämpfen.
Der Survivalmodus ist der, welcher es auch mir am meißten angetan hat. Von der ersten Nacht in einem Erdloch bish hin zur eigenen Luxushütte mit Reitpferd, Premiumausrüstung und dekadentem Essen ist es ein langer Weg. Hier gilt es die körperlichen Befindlichkeiten (Hunger, Gesundheit, Schutz) mit den Notwendigkeiten des Ausbaus (Beschaffung von Baumaterial, Brennstoff, Erzen) der eigenen Lage zu verbinden und so eine gesicherte Existenz aufzubauen. Je nachdem wie schwer man es haben will, stehen drei Schwierigkeitsgrade und ein Hardocremodus (hier bedeutet Tod keine Reinkarnation) zur Auswahl.

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Wie mach sich das Spiel nun gestaltet hängt von jedem Selbst ab, aber besonders interessant wird es erst, wenn sich mehrere Leute zusammen finden und ein echtes Gemeinwesen aufbauen. Hierzu ist natürlich ein Server von Nöten, aber in unserem Fall war die Investition für einen 10 Slot Server mit 100€ für ein Jahr durchaus übersichtlich, wenn man das Geld teilt.
Angefangen hat es bei uns (wie so oft) natürlich auch in einer Erdhöhle, mit bloßen Händen oder einfachen Werkzeugen.
Heute haben wir um das daraus entstandene Rathaus ein kleines Dorf aufgebaut, bewirtschaften mehrere Felder, betreiben ausgedehnte Minenoperationen, bzw. ein florierendes Straßenbauunternehmen.
Ideen gibt es jede Menge, welche mit der Zeit noch umgesetzt werden sollen, und alle sind begeistert mit dabei.
Die Motivation ist groß und nicht zuletzt die kreativen Ein- und Ausfälle der einzelnen Beteiligten sorgen dafür, dass man bei jedem Einloggen etwas neue zu entdecken hat, oder einen neuen schrägen Gag findet.

Mein eigener kleiner Plan sah erstmal vor nach der Fertigstellung des ersten eigenen Hauses für eine gesicherte Nachfuhr von Rohstoffen und Nahrung zu sorgen. Eine Baumschule, sowie Farmen für Schweine und Hühner sind fertig und ein großes Kartoffelfeld stopft die hungrigen Maüler.
Ein eigenes Pferd steht vor dem Tor angebunden und jetzt wird es Zeit wieder unter Tage zu gehen. Vorher soll allerdings noch ein Wolf gezähmt werden (wenn ich einen finde).

Die Reisen unter Tage sind ein wichtiger Bestandteil des Spieles. Auch wenn man eigentlich komplett ohne auskommen kann, so haben sie doch den besonderen Nervenkitzel. Überall können Feinde und Gefahren lauern und nicht zuletzt finden sich hier die Rohstoffe, die man braucht, um fortgeschrittene Gegenstände zu craften, oder in den Nether bzw. das Ende zu reisen.
Will man sich in diese Richtung entwickeln bzw. kommt man also gar nicht darum herum sich in die dunklen Minenschächte zu wagen und nach den verborgenen Vorkommen von Schätzen zu suchen. Dabei stellen sich einem allerlei Gegner in den Weg, die einen auch gerne mal von hinten überraschen können. Hier heißt es paranoid sein und auf jedes Geräusch achten.
Bedenkt man, dass die Grafik von Minecraft nicht wirklich lebensnah ist (wozu auch wir spielen ja Lego advanced), so wird man sich kaum vorstellen das hier echte Spannung und Herzinfarktmomente aufkommen können. Dies ist aber so und jeder der schon mal einem wütenden Enderman in einer dunklen Höhle gegenüber gestanden hat, der weiß wovon ich spreche.

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Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, sich aber scheuen die 20€ blind in die Hand zu nehmen, sollten einen Blick auf diese Demoversion werfen. Sie ist zwar ein wenig älter (1.5.0 … die aktuelle Version ist 1.7.4), aber gibt einem 90 Minuten freien Zugang um eine Idee zu bekommen, was man so machen kann.
Und wenn ich euch jetzt angesteckt habe …. hey ihr musstet das ja nicht lesen ;D

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Dezember 18

Meine Transformation zum Wutbürger …. ein bißchen zumindest

Der Wutbürger ist ja eine Erscheinung der modernen Zeit, die mit dem zunehmenden Unwillen von Anwohnern und der zunehmenden Quote von vermurksten Großprojekten des Staates einhergehen.
Kürzlich offerierte sich auch mir die Chance ein echter Wutbürger zu werden. Ich meine die Aussichten waren doch super, Sitzblockaden, Strassenschlachten mit der Ordnungsmacht bis der Wasserwerfer kommt, Polizisten mit Kastanien bewerfen und dafür gepfeffersprayt werden und mit Lokalpolitikern in Totalverweigerungshaltung zu diskutieren und doch nur die Maximalforderung im Kopf zu haben …. das klang nach Randale, das klang nach Spaß, aber ich habe diese Chance nicht ergriffen …. aber von Anfang an.

Wie einige wissen wohne ich im Hegholtquartier in Hamburg. Es handelt sich dabei um eine Wohnsiedlung aus den frühen 60ern, die sehr großzügig angelegt ist und viel grünen Raum bietet. Dies kollidiert nun aber mit den Bebauungsplänen des Hamburger Senats, welche eine Studie in Auftrag gegeben hat, die potentielle Nachverdichtungen sichten soll und somit den Hamburger Wohnungsbaupakt (6000 neue Wohnungen in 2014) unterstützen soll. Wandsbek muß davon 1000 schultern und so wie es aussieht, war im ersten Schritt angedacht im Hegholtquartier 500 Stück davon zu realisieren.
Davon sind mittlerweile “nur” noch 300 übrig geblieben, aber die Aussicht ein 4-5 stöckiges Gebäude vor die Nase zu bekommen und obendrein den gut besuchten Spielplatz für den Kleinen ersatzlos zu verlieren waren nicht unbedingt Aussichten, die mir gefallen haben. Die zusätzlich zu erwartende Verschlimmerung der Verkehrssituation trifft mich ja nur am Rande, da ich selbst kein Auto habe, die passive Belastung durch die ohnehin schon überlastete Haldesdorfer Strasse tun das ihrige.

Nach einem ersten Artikel in unserem lokalen Käseblatt formierte sich dann auch Recht schnell eine Bürgerinitiative, die zu einer Infoveranstaltung lud, an der ich dann auch teilnahm. Ein wenig verwundert war ich ja schon, dass am Eingang keine Mistgabeln und Fackeln ausgeteilt wurden, denn die hätten sicher gut zum Ambiente des Abends gepasst.
Ich will das Ganze nicht minutiös ausbreiten, das würde den Rahmen sprengen, aber am Ende des Abends machte sich bei mir doch eine ziemliche Ernüchterung breit. Wäre die vor Ort befindliche Klientel im nahen Osten zusammen gekommen, wäre der arabische Frühling ganz schnell in sich zusammengebrochen.
Es wurde viel in den Raum gestellt, viel rumgenöhlt und gemeckert und irgendwie hielten einige Leute es für nötig im Verlauf der Sitzung die gleichen Themen 4 mal auf den Tisch zu bringen und dabei zu meinen, das konstante Wiederholung des gleichen Sachverhalts die Situation lösen würde. Fakt ist aber, dass es anscheinend keine wirklichen Fakten gibt, denn neben den Repräsentanten der Bürgerinitiative waren noch 3 Lokalpolitiker vor Ort, sowie eine ominöse Bestandsgarantie aus der letzten Verdichtung und am Ende des Abends hatten wir eigentlich 4 Versionen der Story auf dem Tisch und niemand wusste was stimmt.
Dennoch fand man Zeit darüber sich über die Parkplatzgebühren von 13€ im Monat zu beschweren (die bei der Verdichtung eh wegfallen würden, denn da soll ein Wohnblock hin), oder aber die Nutzung elektronischer Medien nur unter großer Ablehnung in Betracht zu ziehen (man könnte ja eine größere Reichweite haben).

Irgendwie kam ich mir sehr fehl am Platze vor, denn die Totalverweigerung der anwesenden Leute ging mir doch sehr gegen den Strich. Diese Totalverweigerung hat auch schon bei Stuttgart21 und anderen in Sackgassen führte, aus denen man nicht mehr raus kam, aber jedem muß es auch klar sein, dass diese Wohnungen gebraucht werden, wenn man etwas gegen die Mietpreisexplosionen der letzten Zeit unternehmen will.
Ich würde ja erstmal auf einen Dialog setzen und dann wenn alles scheitert andere Maßnahmen einleiten. Vor allem würde ich erstmal eine klare belastbare Faktenlage schaffen, bevor ich wild pöbelnd zu den Bauausschußsitzungen renne und mich durch meine Unwissenheit vollends blamiere und nicht ernst genommen werde. Außerdem ist ein kontinuierlicher Fluß von Informationen (der nach dieser Sitzung vollkommen versiegt ist) notwendig, denn hier gilt einmal mehr … Wissen ist Macht.

Tja um Wutbürger zu sein braucht es anscheinend doch ein bißchen mehr … und ich habe es anscheinend nicht.

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November 19

Der Fuchs für die Jackentasche

firefoxos

Wie wir ja wissen, ist das Internet für unsere Kanzlerin Neuland. Ähnlich wie ihr geht es mir ja beim Thema Smartphone. Ich habe schon so manches in der Hand gehabt, mir die verschiedenen Geschmacksrichtungen angeschaut, aber der Funke wollte nie so wirklich überspringen.
Die Preise für die Nutzung waren mir zu hoch, die Anschaffung der Hardware auch und die weitreichende Transparenz gegenüber Google und Apple gefiel mir ebenso wenig. Außerdem habe ich mich jedes mal gefragt wozu ich so eine Büchse überhaupt brauche. Wenn ich unterwegs bin, dann lese ich in erster Linie und hänge nicht über einem Taschencomputer mit Telefonapp.

Eigentlich wollte ich das auch weiterhin so halten, habe in den letzten Wochen aber immer wieder festgestellt, dass es durchaus immer mal wieder Situationen gab, wo ich dann doch gern ein Smartphone gehabt hätte.
Allerdings kollidierte diese Idee dann doch wieder mit meinem Unwillen zu viel Geld in die Sache zu versenken.
Seit Oktober konnte ich dann nun aber doch über meinen Schatten springen und mich in die Riege der Smartphonebenutzer einreihen.
Wie es bei mir dann aber wohl auch nicht anders zu erwarten war, ist es dann ein Firefox OS Phone geworden, welchessich eben nicht dem Diktat von IOS und Android beugen muß.

Das Gerät — Alcatel One Touch Fire
Congstar hat mit dem Alcatel das erste in Deutschland verfügbare FFFOS Phone auf den Markt gebracht. Die Hardware ist mit 90€ sehr günstig und wurde mit der aktuellen Version des OS ausgeliefert.
Der Versuch das Gerät mit mit einem iPhone oder einem S4 zu vergleichen (oder anderen Flaggschiffen der jeweiligen Hersteller) muß zwangsläufig scheitern, denn ein Gerät für diesen Preis muß zwangsläufig irgendwo Abstriche machen. Die CPU ist mit 1Ghz durchaus gut unterwegs und bisher komme ich sogar mit den (für Smartphoneverhältnisse) recht knapp bemessenen 512MB gut zurecht. Das Betriebssystem belegt davon 256MB und von den 256MB Appspeicher sind noch 129MB verfügbar. Nach einer kleinen Aufräumaktion waren es dann immerhin noch 149MB.
Das Display kann sich sehen lassen und ist mit 3,5″ sehr kompakt. Mit meinen Wurstfingern ist der Volltreffer nicht immer ganz einfach, aber im Großen und Ganzen ist die Bedienung eigentlich problemlos. Im Lieferumfang war eine 2GB Speicherkarte dabei, die ich dann noch mal durch ein 8GB Modell ersetzt habe.
Das Smartphone arbeitet ganz ordentlich und ich habe bisher nicht von den vermeindlichen Wacklern und Rucklern gespürt.
Das Gehäuse ist ganz Plastik, aber auf eine angenehm stabile Art und Weise. Man hat nicht das Gefühl ein Billiggerät in den Händen zu halten und der knallige orangene Farbton mit dem Firefox OS Schriftzug ist schon nett gemacht.
Von der Laufzeit bewegt sich das Gerät durchaus im üblichen Rahmen. Wer viel damit herumspielt und permanent auf UMTS/WLAN Netzsuche ist daddelt das Gerät an einem Tag leer. Bei regelmässigem Abschalten von Display/WLAN/UMTS bei Nichtnutzung kann man da schon mal mehrere Tage mit einer Ladung hinkommen.
Geschwindigkeit ist nicht so das Thema, denn das Gerät kommt mit einem handelsüblichen HSDPA Modem daher und bringt damit seine 7MBit auf die Schiene unter idealen Bedingungen.
Wo das Gerät keinen Blumentopf gewinnt ist bei der Kamera. Anwender, die nach einem Telefon mit guter Kamera suchen, sollten um das Alcatel auf jeden Fall einen Bogen machen.

Der Marketplace – A la Carte, aber ausbaufähig
Das KO Kriterium für den Erfolg eines Smartphonebetriebssystems ist sicherlich die Verfügbarkeit von Apps. Hier merkt man, dass Firefox OS noch sehr am Anfang steht. Die drei dominierenden Sprachen des Marketplace sind Englisch, Spanisch und Polnisch. Die Apps auf Deutsch kann man an einer Hand abzählen und große Namen fehlen hier bisher fast komplett. Für Appstore oder Googleplay verwöhnte Menschen wird das sicher erstmal ein Kulturschock. Wie in jedem Shop gibt es auch hier jede Menge Schrott, aber auch die eine oder andere Perle. die sich echt lohnt.
Momentan hält sich hartnäckig die Behauptung, dass WhatsApp noch diesen Monat für FFOS herauskommen wird (die offizielle Seite hüllt sich da in Schweigen), was sich als guter Katalysator erweisen könnte. Ansonsten kann man sich hier auch mit anderen Produkten behelfen.

Ab ins Internet – vom konstanten vor die Wand springen
Ja mit dem Internet ist das so eine Sache. Da ich mir keinen sonderlich teuren Vertrag anlachen wollte, bin ich bei N-TV Go gelandet. Ich telefoniere echt wenig und da lohnt sich so ein Prepaidtarif durchaus, und auch 7,99€ um herauszufinden ob ich zum Smartphonemenschen tauge, tun mir auch nicht übermässig weh.
Schlimmer war da schon das Telefon erstmal überhaupt dazu zu überreden eine Verbindung mit dem Internet aufzubauen.
Wie viele andere, so ist auch der Go Tarif ein E-Plus Reseller. Problematisch ist hier allerdings, dass die leistungserbringende GTCom Simkarten ausliefert, welche die falschen Zugangsdaten hinterlegt haben. Die Karte versucht sich permanent bei E-Plus direkt zu connecten was aber nicht klappt. Eine entsprechende Info über die Zugangsdaten ist dann auch nur durch wildes Suchen zu finden … das geht besser.

Hat man diese Hürde erstmal genommen, so verhält sich das Gerät im Netz durchaus solide. Die Geschwindigkeiten hauen einen nicht vom Hocker, aber ich erwarte das von einem Smartphone eigentlich auch nicht. Von daher bin ich da durchaus zufrieden.

Und hats sich gelohnt?
Ja irgendwie schon würde ich sagen. Das Gerät erfüllt meine Erwartungen und gibt mir eine Infomöglichkeit wenn ich unterwegs bin. Das WOW Erlebnis hat sich bisher aber noch nicht eingestellt und es ist mir nach wie vor ein Rätsel, warum einige Leute wie bekloppt an der Kiste hängen. In erster Linie mag das daran liegen, das meine Social Network Aktivitäten nicht so exzessiv sind, dass ich den halben Tag dafür brauchte und das was ich mache in der Regel einmal morgens und einmal abends am Festplatz erledigt wird.
Vielleicht bin ich da einfach nicht die richtige Zielgruppe, aber wir werden sehen.

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Kategorie: IT | 2 Kommentare
August 31

Wählen ohne Wahl

Tja es ist nicht mal mehr einen Monat hin, und man braucht sicher keinen Uni Abschluss zu haben, um zu verstehen, dass in diesem Land einiges schief hängt. Die übliche Befragung des Wahl O Maten (ein Spaß den ich mir zu jeder Wahl gönne) offenbarte dann das ganze Ausmaß der Misere, man wählt ohne eine Wahl zu haben.
Laut dem Wahl O Mat habe ich die größte Schnittmenge mit der Linken (76%), allerdings sind die folgenden 6 Parteien von der Schnittmenge mit 72%-60% auch nicht so weit auseinander. Bedenklich ist die Tatsache, dass die NPD hier schon an Platz drei meiner Liste rangierte. Die großen Volksparteien rangierten im Voting dann auf den hinteren Plätzen und die rote Laterne ging an die FDP (naja immerhin einen Treffer).
Gut solche Tools sind sicher nicht unbedingt dafür geeignet eine echte Wahlentscheidung zu treffen, aber wenigstens sammelt die Zentrale für politische Bildung (kennt ihr noch diese schwarzen Heftchen?) die einzelnen Begründungen der Parteien für die jeweiligen Punkte, was immerhin zu einem hochverdichteten Infofluß taugt.
Aber auch ohne Tools zeigt sich eigentlich, dass die Wahl 2013 eine ziemlich traurige Veranstaltung wird. Die Parteien dreschen ihre üblichen Phrasen (oder im Falle der CDU gar keine, weil man nur Gesichter zeigt), und von keiner sind echte Bekenntnisse und Innovationen zu erwarten. Die Machtmanager schicken sich an ihre Pfründe zu verteidigen oder zurück zu erobern, aber wenn sie wieder in ihre Büros eingezogen sind, wird man sie für die kommenden 4 Jahre nicht wieder in der Öffentlichkeit sehen.
Ich gehe auch davon aus, dass die Nichtwählerschaft auch diesmal wieder größer werden wird, und darüber muss man sich eigentlich nicht wundern. Salbungsvoll spricht der Verteidigungsminister im Fernsehen hier von Bürgerpflichten, aber was ist im Umkehrschluss denn daraus geworden? Wo ist euer Gewissen, dem ihr gegenüber verpflichtet seid? Wo ist euer Wille etwas für die Bevölkerung zu tun? Wann ist in der letzten Zeit ein Politiker mit einer echten guten Tat auffällig geworden?
Was soll ich sagen? Die Opposition ist allerdings auch nicht besser, denn entweder hat sie im Topf der Deutschlandmisere auch kräftig mit herumgerührt, oder verstrickt sich in utopischen Programmen die schon Sci-Fi Charakter haben. Gleichzeitig machen sich die ersten echten populistischen Parteien bereit den Bundestag zu erobern, und das ist für mich das eigentliche Problem, denn wenn Populismus erst einmal hoffähig ist, wird diesem der Radikalismus auf den Fersen folgen. In Österreich hat man ja mittlerweile auch zwei Kärnter Altlasten im Parlament sitzen und einfacher (bzw. sinnhafter) ist es da auch nicht geworden. Meine Befürchtung ist, dass die AFD dafür sorgen wird, dass auch hier die Dämme brechen und damit das tägliche Leben bestimmen werden. Eine Weimarer Situation? Es bleibt zu hoffen das nicht.

Aber gibt es Alternativen? Wie Churchill schon sehr richtig sagte, ist die Demokratie nicht unbedingt die beste Staatsform, die man sich wünschen kann, aber alle anderen Versuche in andere Richtung waren ja nun auch nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.
Bei einem Blick in das soziale Netz meiner Wahl, sehe ich hier in erster Linie linke bis anarchistische Entwürfe, diese erscheinen mir aber einfach viel zu utopisch, um sie beim Kontakt mit der Realität Bestand haben zu lassen. Solche Gedankenkonstrukte sind ja ganz nett, aber in der Regel überleben sie das Biotop Mensch nicht.

Was aber bleibt? Realistisch gesehen stehen wir vor Wahlen ohne eine Wahl. Allerdings sich jetzt dem Heer der Nichtwähler anzuschließen erscheint mir feige und ein radikaler Protest die falsche Richtung. Nein ich werde wählen gehen und mir diejenigen suchen, die in der Lage sind dem Themenkanon der Politik eine weitere Facette hinzuzufügen, die mir wichtig ist, aber bisher nicht genug Beachtung findet. Auch das ist im Grunde nur ein Stück Utopie, aber vielleicht eines das funktionieren kann. Aber egal wie man es dreht und wendet, einen Wandel, so wie er immer gerne propagiert wird, werden wir sicher nicht zu sehen bekommen. Vielleicht hat mein Kleiner ja wieder eine Wahl, wenn er in der Lage ist an solchen Entscheidungen mitzuwirken, aber auch das ist eher unwahrscheinlich.

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August 14

Spielen ohne Bits und Bytes

Bild von Wizards.com

Bild von Wizards.com

Ja es gibt sie noch … Brettspiele von hoher Komplexität, die eine Gruppe Spieler für lange Zeit an den Tisch fesseln.
Bereits als kleiner Steppke wurde ich von meinem Vater in die Welt der komplexen Brettspiele eingeführt.
Der Faible für Strategie und Taktik, den wir beide teilten hat zu einer recht ansehnlichen Sammlung von CoSims, Tabletops usw. über die Jahre hinweg geführt.
Worüber ich mich immer geärgert habe ist, dass ich es nie geschafft habe ihm sein Shogun Spiel abzuschwatzen.

Shogun kam in den späten 80ern im Rahmen der MB Gamemaster Serie heraus. Die Gamemaster Serie bestand aus mehreren Spielen mit strategischer Ausrichtung basierend auf historischen und fiktiven Szenarien von der Antike bis in das moderne Amerika. Der Preis dieser Spiele war mit 125DM für damalige Verhältnisse recht üppig, aber die Ausstattung war das ebenfalls. Die Teile der Spiele waren immer sehr hochwertig und reichhaltig. So enthielt allein Shogun knapp 500 Ashigaru, Samurai, Ronin Ninja usw..
Leider verschwand die Gamemaster Serie, da sie anscheinend einem zu speziellen Klientel gewidmet war, dass nicht so recht zu MBs Ausrichtung gepasst hat.
Das ist eigentlich schade, denn ein gemütlicher Nachmittag mit Freunden, der dann in einen Abend und ggf. noch eine Nacht übergeht bei einem guten Spiel ist für mich immer noch die interessanteste Gestaltungsmöglichkeit von Freizeit.
Leider war MB auch nicht die einzige Firma, welche ihre komplexen Spiele einstellte und dem Aufstieg der Computerspiele damit Respekt zollte, sondern auch Größen wie TSR und Avalon Hill konnten sich nicht mehr am Markt halten. Gerade in den frühen Jahren der des PC Gamings war dies auch nachvollziehbar. So gab es Computeradaptionen von Spielen (oder Eigenentwicklungen), welches das Feeling des Brettspiels gut wiedergaben, aber ohne die Aufbauarbeiten, Regeldiskussionen und ähnliches.
Schade ist nur, dass auch hier das Business sich in eine Richtung entwickelt hat, bei dem CoSim Gamer zunehmend ins Hintertreffen geraten.

So wie es aber scheint bemühen sich einige Firmen wieder vermehrt um Spieler wie mich und das ließ bei einem Stöberbesuch bei Amazon mein Herz höher schlagen. Das Original MB Shogun ist mittlerweile nur noch für mehrere hundert Euro zu haben und auf Dauer ist die (zugegebenermaßen exzellente) Computeradaption auch nicht so erfüllend wie eine gute Runde des Originals.
Deswegen ist in mir auch nie der Wunsch gestorben eines Tages noch ein Shogun zu schießen … aber das muß jetzt nicht mehr sein. Wizards of the Coast hat das Spiel unter dem Namen Ikusa wieder neu aufgelegt. Dabei wurde mit sehr viel Liebe zum Detail vorgegangen. Die Regeln blieben unverändert und die Aufmachung wurde mehr dem Thema (mittelalterliches Japan) angepasst. Mit einem Preis von rund 60€ ist das Spiel sicher kein Schnäppchen, aber anders als 300€ für das Original (gebraucht) klingt es alle mal.

Was ist Ikusa (Shogun) nun für ein Spiel. Stark vereinfacht kann man die Spiele der Gamemaster Serie als “Super Risiko” beschreiben. Es gibt eine Karte, welche in verschiedene Regionen aufgeteilt ist, auf denen man seine Einheiten bewegt und versucht seine Gegner zu besiegen. Bei der Gamemaster Serie kommen darüber hinaus bessere Gefechtsmechaniken zum tragen (im Gegensatz zu den Risikoüblichen 3 Würfel 2 Würfel Schlachten), plus ein ziemlich schicker wirtschaftlicher Part, garniert mit ein wenig Spionage und Meuchelmord.
Die Komplexität liegt in einem Bereich, die für einen unerfahrenen Spieler eine echte Herausforderung bietet, dem erfahrenen Spieler aber immer noch genug Raum lässt ohne dabei langweilig zu sein.
Ziel des Spieles ist es, die Vorherrschaft über Japan zu erringen und damit das Shogunat an sich zu reissen. Je nach Erfahrungsgrad der Spieler kann eine Partie zwischen 2 und 6 Stunden dauern, man braucht also Zeit. Je nach Art der Gruppe lassen sich auch noch Nebenaktivitäten wie Politik und Intrigen einflechten, was dem Spiel zusätzliche Würze und unter Umständen Handgreiflichkeiten einbringt ;)
Fakt ist, dass ich demnächst einmal damit beginnen werde meine Spielesammlung um die Titel der alten Gamemaster Serie zu vervollständigen. In einer zunehmend digitalen Welt finde ich es sehr mutig und unterstützenswert wieder ein so schönes analoges Produkt auf den Markt zu bringen … eine solche Entscheidung muß unterstützt werden.
Ich hoffe das noch andere Produkte aus dieser Zeit wieder auf den Markt kommen. Einfallen würden mir da so einige ;)

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August 9

Eigentlich … aber ja … eh nein … doch lieber nicht.

Jeder der mich kennt, weiß, dass ich gerne mit anderen über Dinge spreche, diskutieren und Ideen im Kopf bewege, um sie in einer lockeren Runde weiter zu entwickeln.
So war es auch kein Wunder, dass eines der ersten Dinge, welche ich im Anfang meiner Internetnutzerschaft exzessiv erforscht habe, die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen war. Hierbei habe ich (glaube ich zumindest) so ziemlich alles mitgemacht was möglich ist.
Gerade Foren haben sich dabei immer als tolle Platformen für den Ideenaustausch erwiesen und ich habe dabei so einige Leute kennengelernt, zu denen ich nach wie vor einen regen Austausch unterhalte.

Wenn ich im Internet mit anderen eine Diskussion beginne, gelten für mich eigentlich die gleichen Regeln wie im realen Raum. Ich versuche nach Möglichkeit höflich zu sein, lasse meinen Gegenüber ausreden und stelle nicht einfach Behauptungen in den Raum, sondern beweise entweder meine Annahmen, oder mache das Ganze als unbewiesen deutlich.
Mit dem Web2.0 hat sich diese klassische Diskussionkultur nun hin zu einer Sender Empfänger Kultur gewandelt, aber die alten Wege sind ja nach wie vor vorhanden.
Seltsamerweise scheue ich mich zunehmend davor sie in Anspruch zu nehmen. So manches mal lese ich in diversen Foren Posts zu denen es mich juckt eine Antwort zu schreiben. Nicht selten passiert es dann, dass ich mitten im Schreiben eine Eingebung habe und den Post dann einfach lösche. Ich schlage mich dann mit Gedanken herum, dass ich zwar eigentlich gern etwas sagen würde, mich aber nicht mit der Horde Verrückter herumschlagen will, die dann zweifelsohne antworten werden. Auch habe ich keinen Bedarf daran mich Pöbeleien oder ähnlichen auszusetzen. Die Diskussionskultur im allgemeinen hat hier anscheinend gelitten.
Gleichzeitig frage ich mich oft welche Relevanz dieses Posting dann haben soll und in wie fern es beitragen kann Situationen zu verbessern. Nach einigem Nachdenken kommt es dann zur selben Handlung wie oben beschrieben, der Post wird gelöscht.

Was ist aus der unbeschwerten Diskussionkultur der frühen Internetjahre geworden? Irgendwo fiel sie anscheinend vom Laster. Ich habe heute dieses Gefühl eigentlich nur noch bei ein paar kleineren Foren mit geschlossenen Benutzergruppen, aber das ist eigentlich auch nicht mein Anspruch gewesen, denn ich wollte mitreden und dadurch Kontakte knüpfen, aber irgendwie will das kaum noch gelingen.

Ich frage mich ehrlich, wie diese Wende zustande gekommen ist und wie ich dagegen wirken kann.
Seltsamerweise hat auch dieses Post hier beinahe nicht den Tag gesehen und war schon 2 mal im Papierkorb gelandet.

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Juli 3

Ein Teil meines Lebens hört auf zu existieren

altavista_logo

Tja so kommt es mitunter. Man ist krank geschrieben und sitzt untätig zu Hause und bringt die Zeit mit einigen Spielereien an einem Conky Script herum und erfährt dann aus dem RSS Feed, dass ein echtes Internet Urgestein am 08.07.2013 aufhören wird zu existieren. Yahoo hat sich nun endgültig entschlossen Altavista zu schließen.In den Anfangszeiten war Altavista das Schwergewicht, das Google heute darstellt. Sie hielten Yahoo in Schach und die anderen Suchmaschinen ihrer Zeit kennt man heute gar nicht mehr. Anfang des Jahrtausends stieß ich dann als studentischer Mitarbeiter zur deutschen Truppe. Google war damals schon der Hauptkonkurrent und planierte alles was ihnen in die Quere kam. Man hatte viel Mühe und Energie in ein Redesign des Portals und der Suchalgorythmen gesteckt, so dass man eigentlich konkurrenzfähig war, leider kam dies viel zu spät und Altavista wurde von Overture gekauft. Das war schon ein Novum, denn ausserhalb der Internetwerbebranche war diese Firma eigentlich kaum bekannt. Zwei Jahre später ging Overture dann an Yahoo und die Suche starb eigentlich schon während dieser Zeit, weil die Ergebnisse nicht mehr vom eigenen Index stammten, sondern von Bing geliefert wurden.
Die Stimmung im Team war trotz der schweren Situation immer gut. Wir waren ein kleiner verschworener Haufen, der in einem schwierigen Terrain versuchte einen Platz im deutschen Suchmaschinenmarkt zu finden. Eigentlich gelang uns das sehr gut, denn wir versuchten gar nicht erst als Marktführer aufzutreten, das wäre schließlich lächerlich gewesen, aber wir konnten uns auf eine gute Alternative stützen und diese auch so verkaufen.
Als IT Mädchen für alles habe ich mich nicht nur um die Hard- und Software, sondern war in vielen Vertriebsrandbereichen mit engagiert, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Eigentlich fühlten wir uns auf einem ganz anständigen Weg, aber die Realität holte uns dann leider ein und belehrte uns eines besseren.
Heute beherrscht Google den Suchmaschinen Markt mit einer weit jenseits der 90% Abdeckung und nennenswerte Konkurrenz gibt es nicht mehr. Dies hat nicht zuletzt dazu geführt, dass eines der Kernmerkmale von Google, nämlich seine qualitativ hochwertigen Ergebnisse, großenteils nur noch ein Schatten ihrer selbst sind. Jede Menge offizieller Werbung, sowie tonnenweise Spam drücken die Qualität des ehemaligen Undergroundstars massiv. Auch scheint sich Google nicht mehr wirklich um seinen alten Kernbereich zu kümmern und ufert stattdessen in immer neue Felder aus.
Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob es in der heutigen Welt noch eine Suchmaschine braucht. Ein Arbeitskollege meinte neulich:”Ich besuche meine 7 Seiten und das ist es dann auch.”
Ist das aber repräsentativ? Ich fürchte schon, dennoch kann das nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Das Web ist nach wie vor ein nahezu unüberschaubarer Haufen Kram, der von Minute zu Minute immer größer wird. Hier die Übersicht zu behalten und Dinge zu finden, die man benötigt ist nicht einfach, besonders dann nicht, wenn es in dem Bereich nicht unbedingt den kommerziellen Überflieger gibt.
Wie soll man dann aber mit einem veralteten und ausgetricksten Suchmodus noch zum Ziel kommen?
Ich denke es braucht auch weiterhin Suchmaschinen und es braucht auch weiterhin Alternativen. Ich will nicht sagen, dass es ein neues Google braucht, denn wohin das letzten Endes geführt hat, sehen wir. Nein es braucht eine solide Alternative. In der letzten Zeit habe ich hierfür in der Regel DuckDuckGo verwendet. Die guten Ergebnisse und nicht zuletzt die fehlende Datensammelwut haben hier für mich den Ausschlag gegeben.

Dennoch ist es schade, ein großes Projekt, dem man in seinem Leben viel Zeit gewidmet hat, einfach so verschwinden zu sehen. Ich würde mir wünschen, dass die Technik des Originalcrawlers unter der GPL veröffentlicht wird, damit sich die viele Arbeit, die von etlichen Menschen weltweit da rein gesteckt wurde, nicht einfach in irgendeiner Schublade verstaubt. Altavista ist ein großer Name des Internet und ein Name mit Geschichte. Ich würde mir wünschen, wenn dies sich in Form einer Stiftung niederschlagen könnte (ähnlich der Mozilla Foundation) um dieses Projekt in öffentliche Hände zu geben, aber das ist warscheinlich eher nur ein Wunschdenken.

Vielleicht ist es mal an der Zeit bis zum 08.07. noch mal ein paar Suchanfragen über Altavista abzusetzen, um den Verantwortlichen zu zeigen, dass sich hier noch etwas tut.

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