Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 9
Gepostet am Mai 15, 2013
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Anfang März habe ich mich entschlossen den Schritt in ein anderen Betriebssystem zu wagen und nun ist es einige Monate später und damit sicher Zeit für ein erstes Fazit.
Habe ich Linux “gelernt”?
Sicher nicht. Sich ein neues Betriebssystem anzueignen ist eine Sache, es wirklich zu verstehen ist ein langer Prozess. Ich habe dabei bisher bestenfalls an der Oberfläche gekratzt, aber dank guter Dokumentationen und Guides ist das Ganze nicht mit einem endlosen Frustpotential gehaftet.
Der Umstieg von Windows fiel erfreulich einfach aus, denn mittlerweile ist in Linux (zumindest in Mint, welches nach wie vor Distro meiner Wahl ist) jede Menge guifiziert und die Arbeit am Terminal stellt eine weitere Alternative dar. Das ist zumindest für die meisten Fälle zutreffend und sollte es gerade technisch nicht so versierten Anwendern erleichtern den Wechsel zu vollziehen.
Das Softwareangebot ist reichhaltig und über die entsprechenden Tools einfach zu handhaben. Gerade in Zeiten von Appstores und co sollte dies ein weiteres Plus für Linux sein. Die Software dieser Stores ist geprüft und kompatibel und die Abhängigkeiten zu anderen Programmen dokumentiert. Das Installieren von Software wird damit zum Kinderspiel, weil man immer alles hat, was man benötigt.
Dank einiger ausgeklügelter Mechanismen ist auch die Neuinstallation eigentlich nur noch ein Klacks, denn mit Softwarelisten erledigt das der Paketmanager in einem Rutsch ohne Userinteraktion (das muß ein Windows erst mal schaffen).
Auch bei externen Quellen ist die Installation in der Regel unkompliziert. Fertige Pakete für Apt sind heute eigentlich die Regel und auch bei manuellen Installation gibt es eigentlich immer Schritt für Schritt Installationen (wobei ich davon dennoch abraten würde, wenn man nicht weiß was man da eigentlich macht).
Wie siehts denn nun aus mit der Kompatibilität?
Eigentlich sehr gut. Bei rund 80000 Programmen im Hauptrepository, konnte ich alle Funktionen, die ich unter Windows nutze bequem unter Linux abbilden. Lediglich für das (immer noch) leidige Thema Spielen mußte ich ein wenig zu externer Unterstützung greifen und auf Crossover ausweichen. Hier sind die Ergebnisse (zwangsläufig) nicht ganz so gut, wie unter einem nativen Windows, aber für einen Spieler mit meinen Ansprüchen reicht das vollkommen. Ansonsten habe ich für alle Bereiche die notwendige Software finden können (teilweise die gleiche) und hatte Zugriff auf alle meine Daten, so dass hier auch keine wilden Konvertierereien gefahren werden mussten.
Auch was meine Hardware angeht, habe ich keine Probleme gehabt und der Kernel hat brav alles gefressen was ich ihm vor die Füße geworfen habe.
Dies muss allerdings nicht immer so sein. Im Linux Mint Forum habe ich etliche Threads gesehen, die mit Problemen bei der Installation zusammenhingen. Ich habe nicht alle verfolgt, aber es ist auf jeden Fall angeraten mal zu überprüfen, ob die geplante Hardware dem Einsatzzweck gewachsen ist. Ich habe mich doch recht naiv da rein gestürzt und scheine da Glück gehabt zu haben, einigen andern ging das nicht so.
Und wenn man mal Hilfe braucht?
Das ist ein durchaus zweischneidiges Schwert. Im offiziellen Mint Forum wird viel daran gearbeitet, anderen Usern aus der Patsche zu helfen, aber einen Blankowaschzettel sollte man eher nicht erwarten. Dies mag nicht zuletzt aus der Selbsthilfekultur der Linuxszene kommen. Threads dieser Art entwickeln sich in der Regel als ein “wir werden mal versuchen, das Problem gemeinsam mit dir zu lösen”.
Ich persönlich mag diesen Ansatz gern, denn er ist der beste, wenn es darum geht nicht einfach nur das Problem aus der Welt zu schaffen, sondern auch dabei die Ärmel hochzukrempeln und dabei etwas zu lernen. Nicht selten umfasst ein solches Troubleshooting auch einfach nur eine Linkbombarde, die einen auf Artikel verweist, die einem weiterhelfen.
Für User, die einfach nur einen happy go lucky Tipp wollen wird das nicht unbedingt zur vollsten Zufriedenheit gereichen. Gerade bei komplexeren Problemen wird der User nicht darum herum kommen sich auch selbst die Finger schmutzig zu machen.
In der Regel ist die Community (so wie ich sie kennengelernt habe) freundlich, offen und auch hilfsbereit, solange man weiß wie man sich zu benehmen hat. Leider gibt es aber auch eine nicht unbedingt leise Minderheit, die auch Anfängern die klassische 4 Buchstabenantwort um die Ohren haut, selbst wenn der User klar gemacht hat, dass das Forum nicht der erste Versuch ist das Problem zu lösen.
Diese latent vorhandene elitäre Denkweise ist für mich ähnlich nervtötend, wie die religiöse Verehrung von Mac Usern für ihren Apfel. Wenn man diesen Personen aus dem Weg geht, dann wird man dennoch einige sehr nette Kontakte auftun können.
Und wie gehts jetzt weiter?
Genau auf diesem Weg. Ich habe bestenfalls damit angefangen an der Oberfläche zu kratzen und bin mit den bisherigen Ergebnissen mehr als zufrieden. Alle Anforderungen wurden erfüllt und ich bin mit dem Paket wie ich es jetzt laufe habe glücklich. Ich bin gespannt auf die Version 15 und das damit zusammenhängende Update, aber ich denke mal, dass auch dies eine zu bewältigende Aufgabe darstellt.
Ist Linux denn etwas für mich?
Darauf kann ich nur ein klaren Jein als Antwort geben. Herausfinden muss das letztenendes jeder für sich selbst. Uneingeschränkt würde ich Linux sicher nicht empfehlen, denn wenn man nicht einen uneingeschränkt kompatiblen Rechner hat, dessen Festplatte gern den entsprechenden Installationsversuchen zum Opfer fallen darf, dann kann sich Linux schnell als echte Stolperfalle entpuppen. Wenn es dann erstmal läuft hat man ein herrlich schnelles und stabiles OS an der Hand.
Wenn man sich traut im neuen System nicht nur rumzuklicken sondern auch etwas zu machen, dann findet man im Web eine wesentlich ausführlichere Dokus und diverse Howtos, die einen ans Ziel bringen.
Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass der gewillte User gerne mal eine Life DVD brennen sollte, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. In Anbetracht der Lage das der Support für Windows XP im März 2014 endgültig ausläuft, wäre jetzt die richtige Zeit dafür.
EIn Brief an den Bundespräsidenten
Gepostet am April 20, 2013
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Durch einen wilden Zufall, wurde mein Vater zu einem Europadialog ins das Schloß Bellevue eingeladen. Wir hatten schon öfter über das Thema diskutiert (wie kann man auch nicht?) und zu diesem Anlass hat mein Vater mich gebeten, einfach auch mal ein paar Gedanken aufzuschreiben. Da ich ja bekanntlich auch ein Fan von Zweitverwertung bin, habe ich den Brief hier ebenfalls veröffentlicht.
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Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
wir kennen uns nicht. Ich bin das was man wohl noch den “Durchschnittsdeutschen” nennt. Ich bin Mitte 30, verheiratet und seit einem halben Jahr ist mein Sohn die größte Freude meines Lebens, sowie der Grund für meine schlaflosen Nächte … und das nicht nur in physischer Hinsicht.
Sie haben zu einem Bürgerdialog geladen. Ich wünschte mehr Politiker würden ihrem Beispiel folgen und vor allem das ernst nehmen was sie hier hören. Viele haben sich soweit von denen entfernt, für die sie arbeiten sollten, dass sich unsereins fragt, was wir wirklich für uns erwarten können. Gerade als junger Vater gehen mir jeden Tag aufs neue Gedanken durch den Kopf, wie ich es meinem Sohn ermöglichen kann einen guten Start in das Leben zu haben. Meine Eltern haben mir immer gesagt “Du sollst es einmal besser haben als wir.”, nun bin ich aber der Vater und ich kann meinem Sohn diese beruhigende Formel nicht mit auf den Weg geben, ohne mich dabei wie ein schäbiger Lügner zu fühlen.
Eines der Probleme, welches mir hierbei auch immer wieder meine Gedanken auf Trab hält, ist die Frage nach seiner Bildung. Hier gehen Deutschland und die Bundesrepublik eine unheilige Allianz ein, die nicht erst in meinen Schultagen ihren Anfang nahm. Stand bei meiner Bildung noch der Mensch im Vordergrund (zumindest vermittelte man mir dies), so hat sich heute der Fokus der Bildung geändert. Ich weiß nicht welche Musik sie gerne hören, aber kennen sie Pink Floyd? Ich empfehle ihnen das Lied “Another brick in the wall”.
Wenn man heutzutage in die Schulen und Universitäten sieht, so unterscheidet sich das Bild stark von dem das ich kennengelernt habe. Im Lichte von Pisa und Bologna hat sich eine neue Bildungskultur herausgeschält, die dem Schüler nicht einen guten Start in das Erwachsenenleben ermöglichen soll, sondern brave kleine “Unternehmenssoldaten” formen soll …. spezialisiert gebildet, effizient in der Aufgabenbewältigung und einfach ersetzbar mit einem Reservoir an gleichwertigen Nachrückern. Ich will nicht abstreiten, dass eine Vorbereitung auf das Arbeitsleben niemals Ziel der Bildung war, das wäre schlicht und ergreifend naiv, aber mittlerweile ist es das Einzige das noch übrig geblieben ist.
In immer kürzerer Zeit sollen Schüler und Studenten immer mehr lernen und verarbeiten. Dies führt dazu, dass Streß und Burn Out bei diesen beiden Gruppen auf dem Vormarsch sind. Aufgrund des neuen Leistungsschutzrechts vermeide ich das Zitat und möchte sie darauf verweisen eine entsprechende Recherche bei Google oder Spiegel Online zu wagen.
Aber kann das im Sinne einer Gesellschaft sein? Kann und darf die Wirtschaft hier solche Forderungen stellen, die von den Regierungen einfach so unreflektiert umgesetzt werden?
Selbst wenn sich ein Student (ein Schüler hat hier ja kaum die Wahl) explizit dagegen entscheiden sollte und zum geforderten Kanon noch eine klassische Bildung erwerben möchte, so bleibt ihm dazu nur die Möglichkeit dies zu tun, wenn ihm das sein sozialer Status erlaubt. Ich bin ein Arbeiterkind und dafür schäme ich mich nicht, denn meine Eltern haben so viel für mich und meine beiden Brüder getan, dass es weit über das notwendige hinaus ging. Dennoch musste meine Universitätsausbildung selbst finanzieren, was durch entsprechende Reformen zu einem frühzeitigen Abbruch führte. Ich habe nicht getrödelt und mich lange mit Nebensächlichkeiten aufgehalten. In der Tat habe ich mein Grundstudium in der Minimalzeit absolviert. Nein es waren Studiengebühren und absolut weltfremde Bafög Regelungen, welche bei einem gleichzeitigen Ausbleiben von Finanzierungsmöglichkeiten dafür sorgten, dass ich mein Studium aufgab und den klassischen Weg einer Ausbildung wählte und heute in meinem Job zufrieden und gut bin.
Dennoch habe ich gesehen, wie einem die ohnehin schon kleinen Chancen davon schwimmen können und das ist frustrierend. Zugegeben es ersparte mir die Bologna Reform, die mich zu einem Klausurroboter hätten werden lassen, aber ist das ein Trost für meinen Sohn?
Er ist jetzt gerade 7 Monate alt, aber in welches Bildungssytem übergebe ich ihn? Ich habe hier keine wirkliche Wahl, denn selbst unterrichten darf ich ihn nicht und das was an Angebot da ist entspricht in der Mehrheit auch nur dem Standard.
Europa ist hier eine Chance. Als Nachfolgemodell zu den Nationalstaaten, die uns zwar einerseits die Freiheit ermöglicht haben, die Sie gerne in das Zentrum ihrer Gedanken stellen, aber gleichzeitig auch für zwei verheerende Weltkriege verantwortlich sind, hätte Europa hier einen Einfluß nehmen können, der eine Gesellschaft fit für das 21. Jahrhundert hätte machen können. Die Wirtschaft hat diesen Schritt bereits vollzogen. Die Globalisierung macht es möglich. Die Unternehmen ignorieren Landesgrenzen und können weitestgehend ungehindert agieren, die Politik aber hält an diesen Grenzen fest und lähmt sich selber. Gleichzeitig nutzen die Unternehmen ihren Einfluß auf die lokalen Regierungen und formen so ein Europa der Wirtschaft. Die Forschung und Bildung wird dafür als Mittel zum Zweck der Wirtschaft eingesetzt und der Mensch dient dem Unternehmen und nicht umgekehrt.
Ich habe sie aus dem Medien als verständigen und zurückhaltenden Menschen kennengelernt. Während ich im privaten Umfeld diese Qualitäten sehr angenehm finde und ich mir sicherlich einige sehr interessante Gesprächsrunden mit Ihnen vorstellen kann, so wünsche ich mir ein offensives Auftreten innerhalb ihres Amtes. Sie sind die moralische Instanz in diesem Land … vielleicht die letzte. Ich bitte Sie diesen Einfluß zu nutzen, werden sie unbequem und weisen Sie diejenigen in die Schranken, die in Europa nichts weiter sehen als einen Schnellbedienungsladen zur Gewinnmaximierung. Sie sind ein Mensch der Bildung, vertreten Sie offensiv eine Position gegen die unreflektierte Wertschöpfung, für junge Menschen wie meinen Sohn Jan, aber auch alle anderen Kinder und Jugendlichen, die in diesem Klima aufwachsen müssen. Sorgen Sie dafür, dass Menschen wieder klar wird wofür Bildung in erster Linie stehen sollte. Treten Sie dafür ein, dass Europa nicht in erster Linie den Konzernen überlassen wird, sondern etwas für die Menschen auf diesem Kontinent macht, dass mehr ist als Lippenbekenntnisse und hohle Gesten.
Ich weiß, dass Ihre direkte Macht rein technisch gesehen stark beschnitten ist, aber Ihre Position und Ihr Hintergrund machen moralisch zum mächtigsten Menschen Europas. Nutzen Sie diesen Einfluß um der Stachel in der Haut derjenigen zu sein, die meinen, Sie währen der Peoplegreeter für die wichtigen Staatsgäste und mehr nicht.
Ich würde mir wünschen, wenn dieser Termin, an welchem mein Vater heute teilnimmt, mehr wird, als ein nettes Pläuschchen ohne weiterreichende Konsequenzen, das medienwirksam inszeniert wird, aber ohne weiterführende Folgen bleibt. Es ist Wahljahr und es ist keine Zeit für Bequemlichkeiten, es ist Zeit Fragen zu stellen, zu denen Menschen Antworten liefern müssen, zu denen sie stehen müssen.
Sie sind die moralische Instanz des Volkes, bitte nutzen Sie diese Position und seien Sie unbequem.
Herzlichst
Ihr Durchschnittsdeutscher
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 8
Gepostet am April 8, 2013
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“Fast fertig” so schallte es mir vor einigen Tagen durch Kopf. Alle Anwendungen waren portiert und seit nun mehr fast 4 Wochen führt meine Windows Partition ein Schattendasein auf der Festplatte.
Ich habe mich zumindest grundlegend mit dem System vertraut gemacht und kann mich darauf zurechtfinden.
Zeit also sich ein wenig mit sinnlosem Eyecandy zu beschäftigen. Es gibt nicht viele Dinge, bei denen ich vor Apple den Hut ziehe, aber das Dock in Mac OS hat mir schon immer gefallen. Hier zeigt sich auch mal wieder eine der Stärken von Apple, nämlich nicht die Innovation, sondern die Veredelung bestehender Konzepte.
Eine schnelle Suche hat ergeben, dass auch unter Linux verschiedene Implementierungen von Docks verhanden sind. Da ich schon immer wie ein Fanatiker meine wichtigsten Applikationen in die Taskbar geschmissen habe, war der Schritt nur logisch. Ich habe mir dann Cairo Dock ausgesucht, weil es im Mint Forum die wohl vorherrschende Installation ist und ich damit im Zweifelsfall am Schnellsten Support bekommen würde. Installation und Konfiguration waren soweit unproblematisch und mit einigen schnellen Arbeitsschritten hat man sich schnell ein Dock zusammengebaut.
Soweit so gut sollte man meinen, aber eine wichtige Info gibt das Programm nicht her … sichere verdammt noch mal deine Arbeit!
Dies ist ein allgemein gültiger Handlungssatz, aber nie war er so wahr wie hier. Ich wollte mein System Monitor Desklet mit einigen weiteren Infos anreichern, was dazu geführt hat, dass das Dock über die Wupper gegangen ist. Nicht so schlimm dachte ich mir und wollte es neu starten, aber es verweigerte fortan den Dienst. Ein Start aus der Console heraus ergab dann schnell, dass eben das System Monitor Desklet der Grund für das nicht starten ist.
Ich hatte die Hoffnung eine Klartextconfigdatei zu finden, die sich dann entsprechend manipulieren lassen würde … die gab es auch … und sie war nicht allein. Die Config von Cairo Dock ist dermaßen zersplittert, dass man erstmal eine ganze Zeit mit der Sucherei nach den richtigen Parametern verbringt. Unterordner über Unterordner und mehrere gleich heissende Dateien machen die Sache nicht einfacher.
Prinzipiell lautet hier also die Devise ein funktionierendes Backup der Config zu haben, damit man dieses bei Bedarf schnell wieder eingespielt bekommt. Dennoch ist die Software sehr sinnvoll, wenn es darum geht auf eine bestimmte Anzahl Applikationen einen schnellen Zugriff zu bekommen.
Eine Sache, die mir dann aber irgendwie doch durchgerutscht ist, ist mein Drucker. Irgendwie sind die Biester immer da, aber so wirklich dran denken tut niemand, bis man dann wirklich vor einem fast fertigen Dokument sitzt.
Mint verfügt nicht über ein schnell klickbares Icon zur Installation und Nutzung eines Druckers. Schlimm ist das aber nicht, weil der Cups (Common Unix Printing Server) Server bereits vorinstalliert ist, was schon mal die halbe Miete ist. Hier jetzt eine Schritt für Schritt Anleitung zu posten ist aufgrund der verschiedenen Drucker etc. nicht unbedingt sinnvoll. Für meinen Brother gibt es gut gewartete Treiber und die Arbeiten waren schnell erledigt.
Ich habe aber hier einmal zwei Links, die mir bei der Einrichtung des Drucker geholfen haben. Zum einen wäre da ein Link bei Ubuntuusers, der als Einstiegsseite für die komplette Druckerthematik dient. Hier finden sich auch Infos zu den einzelnen Herstellern, sowie den benötigten Treibern etc..
Wer möchte kann CUPS dann über das Webinterface konfigurieren, was mir persönlich allerdings nicht so wirklich gefällt. Hier hat ein Guide zum Einrichten von Druckern unter Gnome geholfen. Damit lässt sich ein Printer Management in Cinnamon einbauen und man kann seine Drucker bequem über diese GUI einbinden (auch ein echter Codeninja das in der Commandozeile und mit Assembler machen würde).
Die einzelnen Druckereinrichtungen sehen immer ein wenig anders aus, ebenso wie die benötigten Treiber. Hier kann der Ubuntu Wiki Eintrag oben helfen.
Am Wochenende befürchtete ich dann, dass ich meinen ersten Druckersupportfall haben (nach nur 3 gedruckten Seiten). Das stank mir natürlich gewaltig, denn Druckersupport ist Sache, die einen nur bekloppt im Kopf macht. Der Drucker blieb einfach im Status “Processing – Waiting for Printer to become available” hängen. Eine Prüfung der Queue blieb ergebnislos und auch ein Reboot des Druckers half hier auch nicht. Da dank des Umzuges mein Drucker nun irgendwo in den Tiefen unter meinem neuen Schreibtisch verbaut ist, kroch ich also mit der Taschenlampe bewaffnet drunter, um das einzeilige und unbeleuchtete LCD abzulesen. Das Ergebnis war dann doch eher ernüchternd. Es handelte sich hierbei nicht um eine Fehlfunktion des Betriebssystemes, oder sonst wie, sondern ganz banal war das Papier alle … naja watt solls, nun läuft er wieder
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 7
Gepostet am März 27, 2013
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Als jemand der sich tagtäglich mit Netzwerken und Datenkommunikation beschäftigt kommt früher oder später das Security Thema auf den Tisch. Ich möchte nicht unbedingt, dass meine frische Büchse von irgendwelchen Schädlingen überrannt wird, von daher stellte sich natürlich auch beim Wechsel auf Linux die frage nach Härtung und Prävention.
Eine Anleitung zur Härtung eines Systems zu finden ist nicht weiter schwierig. In den diversen User Groups und Community Seiten findet man schnell was man sucht angepasst auf den jeweiligen Geschmack. Ich spare mir hier jetzt eine Linkparade und verweise an die Suchmaschine des jeweiligen Vertrauens.
Dies war auch nicht weiter verwunderlich, denn die hohe professionelle Nutzungsquote macht eine solche Härtung einfach nötig und so sind diese Tutorials keine Mangelware.
Das ist natürlich gut und schön, aber wie sieht es mit dem Thema Sicherheit unter Linux aus? Als interessierter Windows User kommt man schnell mit Begriffen wie Anti Virus, Anti Spam, Anti Phishing, Firewalling, Sandboxing, Process Security und anderen Begriffen in Berührung. Etliche Hersteller buhlen hier um die Aufmerksamkeit des jeweiligen Klientel und gerade aufgrund der hohen Durchdringung in Sachen Webservices, sollte hier auch unter Linux etwas zu finden sein … dachte ich zumindest.
Seien wir einmal ehrlich. Bedrohungen aus dem Internet sind real, darüber besteht denke ich mal Konsens. Dabei haben die klassischen Attacken mit Viren sicherlich an Bedeutung verloren und aufgrund der zunehmenden Kommerzialisierung haben hier andere Bedrohungsszenarien an Bedeutung gewonnen. Das Gleiche gilt hier auch auf der Seite der Softawarehersteller, die den klassischen signaturbasierten Diensten mehr und mehr heuristische und andere präventive Techniken entgegen stellen, um die Lücke zwischen erstem Auftreten und der passenden Signatur zu verringern.
Mittlerweile geht es bei solchen Angriffen in erster Linie um Geld. Um so befremdlicher finde ich, dass sich zunehmend der Begriff “Snake Oil” im Zusammenhang mit Sicherheitssoftware zu etablieren scheint. Eine neue Usergruppe ist auf dem Vormarsch, die der Meinung ist, dass der gesunde Menschenverstand eine gute präventive Engine ersetzen kann. Ich halte das für einen kapitalen Fehler. Zugegeben das beste Einfalltor für eine Attacke ist immer noch der Mensch und mit offenen Augen zu arbeiten ist durch nichts zu ersetzen, aber das kann doch nicht der Weisheit letzter Schluß sein …. oder doch? Vor kurzem erhielt ich entsprechende Phishingmails, die so gut waren, dass ich beinahe drauf hereingefallen wäre, denn ich konnte keinen der üblichen Hinweise für einen entsprechenden Versuch finden. Lediglich durch eine Linkvorschau sah ich dann die Falle, aber bis dahin war alles perfekt. Kann man in solchen Umfeldern so sorglos sein?
Gut ich will nicht zu sehr auf diesem Exkurs herumreiten, denn eigentlich soll es ja um das Thema Sicherheit unter Linux gehen.
Ich habe versucht ein Stimmungsbild zu zeichnen, wie die Linux Community (oder zumindest ein Teil davon) das Thema Desktopsicherheit sieht.
Das Linux aufgrund seiner Struktur ein sehr sicheres System ist, steht ausser Frage. Die Benutzerstruktur, sowie die Schranken die aufgezogen sind bevor ein Programm überhaupt erstmal läuft sind schon nicht ohne.
Dennoch kann ich mir zumindest gedanklich vorstellen, wie sich auch diese Konzepte aushebeln lassen.
Hier werden dann Argumente ins Feld geführt, wie etwa die hoch unterschiedlichen Plattformen und Distributionen, sowie die nicht vorhandene breite Masse an Nutzern. Meines Erachtens sind das keine validen Argumente, denn im Zweifelsall greife ich mir die beliebteste Distribution und die beliebteste Plattform (ohne zu gucken würde ich sagen Ubuntu auf i386 … aber ich lasse mich auch gern eines anderen überzeugen) und habe ein Angriffsziel. Canonical wird jetzt eine Sondervariante von Ubuntu herausbringen, die auf den chinesischen Markt zielt … haben wir da nicht die kritische Masse?
Auch wird gerne als Beweis angeführt, dass Linux ja im Webservermarkt führend ist und das wir dort nichts, von entsprechenden Angriffen sehen. Aber ist das wirklich ein Beweis? Einen Teil der Angriffe wird man nicht mitbekommen, weil eine Firma sich sicherlich nicht freiwillig eine Zielscheibe auf die Brust malt, ausserdem ist es ein anderes Segment. Hier sind andere Szenarien am Werke. Mich interessiert es nicht ob ein Webserver im Netz sicher gemacht werden muß, sondern der Desktop von Oma Kasuppke.Die “allgemeine” Linie scheint zu sein, dass man sich über eine Firewall ein wenig absichert und einen Virenscanner nur bemüht, wenn man mit Windowsusern Dateien austauscht … sozusagen als Kulanz denen gegenüber.
Dennoch gibt es unter Linux entsprechende Tools, um hier einen Schirm aufzuspannen, oder ist auch das wieder nur Snake Oil? Zugegeben gibt es nicht viele klassische Feinde unter Linux und etliche davon waren auch nur POC und nicht ITW, was in meinen Augen aber kein Grund zur Entwarnung ist. Ich sehe im Linux Mint Forum jeden Tag Neulinge wie mich aufschlagen, die wesentlich unbedarfter damit umgehen (nicht selten kommt die Frage nach dem Dauerroot), also ist hier eine entsprechende Entwicklung zusehen. Wie gesagt geht es mir auch weniger um die klassischen Bedrohungsszenarien, sondern um die aktuellen. Eine klare Stellung bezieht da irgendwie niemand. Ich für meinen Teil werde erstmal sehen, dass ich mit den vorhandenen Paketen einen Schutze etabliere (oder Snake Oils schmiere) und noch ein wenig mehr lesen werde.
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 6
Gepostet am März 26, 2013
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Nachdem soweit in der Tat alles von meiner Windowsbüchse wegmigriert werden konnte, wurde es Zeit sich der Königsdisziplin zu widmen … ein Windowsspiel unter Linux zum laufen zu bekommen.
Linux geniesst ja nun nicht unbedingt den Ruf ein spieletaugliches System zu sein, was allerdings nicht mehr so wirklich stimmt. In den Repositories sind einige Perlen versteckt und auch Software wie Play on Linux und Wine versuchen hier Abhilfe zu schaffen. Nicht zuletzt hat Valve seinen Steam Client für Linux released und von dort kommen auch vermehrt neue Spiele in die Linuxwelt.
Um seine Tauglichkeit für mich zu 100% zu erfüllen müsste unter Linux nur ein Spiel laufen … Star Trek Online. Ich bin jeden Tag ein wenig online und friggel da ein wenig vor mich hin und mache einige größere Sessions am Wochenende. Es würde mir schon reichen, wenn diese kleineren Sessions ohne größere Blessuren laufen würden, so dass ich aus dem Linuxcontext nicht heraus muss und nur für die großen Sitzungen zu Windows wechseln müsste.
Eine entsprechende Recherche im Web ergab, dass es etliche Erfolgsmeldungen gab, die STO unter Linux als lauffähig meldeten. Einige davon waren Ubuntus, was mich doch sehr zuversichtlich stimmte.
Leider wurde diese Zuversicht dann doch enttäuscht. Während man für die diversesten Tasks sehr detaillierte Howtos bekommt, ist es bei den Spielen eher der Gestalt, dass hier nur entsprechende Tipps gegeben werden. Also habe ich mir diese zusammengeklaubt und ein Best Of daraus gegossen, denn schon allein über die zusätzlichen Komponenten, die mit Winetricks installiert werden müssen ist sich das Web nicht einig. Nach einigem Hin und her habe ich dann eine Umgebung hinbekommen, die in der Tat in der Lage war STO zu installieren und den Launcher zu starten. Das Patchen funktionierte ebenfalls und das war es dann leider. Der Wechsel vom Launcher zum eigentlichen Gameclient klappte nicht und der direkte Aufruf des Gameclients lief in einen Timeout. Sowohl mit einer Vanilla Wine Installation, als auch mit einer Play On Linux Installation wollte hier der letzte Schritt nicht gelingen. Ein Blick ins STO Forum offenbarte hier dann auch, dass dies ein nicht selten auftretendes Problem ist.
Wirklich verzichten wollte ich auf STO natürlich nicht, denn wenn ich dafür jedes mal auf Windows hätte schwenken müssen, wäre das keine Lösung gewesen, denn das wäre der erste Schritt in Rückportierung gewesen.
Die Lösung für mich offenbarte sich dann in der Software Crossover. Es handelt sich dabei um ein kommerzielles Stück Linuxsoftware von Codeweavers, die gewissermaßen als Aufsatz über Wine drüber sitzt. Die Liste der installationsbereiten Anwendungen ist groß und wenn man die Software im Terminal ausführt, dann sieht man, dass hier noch einiges an Scripten abläuft um den Fluß zu verbessern.
Play on Linux verfolgt hier den gleichen Pfad, aber crossover ist da eine ganze Ecke weiter und umfangreicher.
Allerdings will Codeweavers für die Software 39€ haben. Die Frage ist, ob es diese Investition wert ist oder nicht? Nach einigen weiteren Recherchen habe ich herausgefunden, das Codeweavers nicht nur die Software entwickelt, sondern auch an Wine arbeitet und diese Änderungen zurück in das Projekt fließen.
Also startete ich einen weiteren Versuch unter der Zuhilfenahme von crossover.
In den offiziellen Repositories findet sich die Software nicht, was aber nicht weiter wild ist. Codeweavers bietet eine kleine Auswahl an verschiedenen Installationsmedien an, unter anderem auch ein deb File, dass sich ohne zu murren per Gdebi installieren lässt. Es gibt ein paar Abhängigkeiten während der Installation und die notwendigen Pakete werden bei Bedarf nachinstalliert.
Mit einem installierten crossover hat man nun eine 14 tägige Testphase um das Programm ausgiebig zu testen.
Wine benutzt sogenannte Bottles (Flaschen), welche die einzelnen Spiele und Zusatztools enthalten. Will man als ein Programm installieren, das nicht in der Liste der unterstützten Software ist, so benötigt man eine neue Flasche, ansonsten wird diese passend vom Script angelegt über den Installer.
Für STO gibt es eine entsprechende Unterstützung seitens crossover, die neben dem Spiel auch die notwendigen Zusatzkomponenten installiert. So kommt es, dass man eigentlich von Windows weg will, dann aber in der Flasche doch wieder einen Internetexplorer hat, der für den Launcher benötigt wird. Da ich schon das Installfile von der Website gezogen hatte, habe ich den Installationsort einfach nur umgebogen und von der Platte installiert.
Nachdem dann die notwendigen Komponenten installiert wurden rennt die Installation wie gewöhnlich los. Bei entsprechenden Pfadangaben, sollte man hier einfach nur die Standards wählen, den Rest übernimmt crossover bzw. Wine.
Nach erfolgreicher Installation rennt der Launcher unverzüglich los und patcht das Spiel auf den aktuellen Stand. Ohne “on demand patching” (was meine Empfehlung ist) sind das ca. 6GB Download, also sollte man das nicht mal eben schnell machen wollen. Ausserdem wird STO beim Start meckern, dass es die Grafikkarte nicht erkennen kann. Das ist normal so. Einfach die niedrigen Settings wählen und dann laufen lassen. Das Finetuning sollte man hinterher im Spiel machen. Wenn der Launcher zum ersten mal den eigentlichen Gameclient aufruft, kann dies eine Weile dauern, das ist unter Windows bei einer frischen Installation auch nicht anders.
Wie läuft es denn aber nun? Ist es ein vollwertiger Ersatz?
Die Antwort muss hier eindeutig nein lauten. Man muss hier mit einigen Abstrichen in der Grafikqualität leben, weil die Schnittstellen nicht so performant angesprochen werden wie unter einem nativen Windowssytem. Für mich persönlich sind diese Abstriche aber immer noch ok und in weiten Teilen läuft das Spiel echt flüssig. Ich habe bisher nur bei Khitomer Accord Space Einbußen in der Performance verzeichnen müssen, was wie ich denke an den großen Wirbeln des Zeitvortex und der Transwarptore liegt. Das bringt mich dazu, dass ich wie erwähnt nur für längere Sitzungen auf Windows schwenken werde, denn für den täglichen kleinen STO Hunger ist die Emulation über crossover/Wine ausreichend.
Ich habe die 39€ in die Hand genommen und habe die Software gekauft, weil so einige andere Games, die hier noch im Regal stehen sicher noch ihren Weg in die Linuxwelt finden werden und diese auch von crossover unterstützt werden.
Was auch immer das Problem mit dem Wechsel vom Launcher zum GameClient darstellt kann ich mir nicht erklären, ausser das ich weiß, dass Codeweavers es gelöst hat.
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 5
Gepostet am März 22, 2013
abgelegt unter IT | 3 Kommentare
Linux zum klingen zu bringen hielt ich eigentlich für einen Nebenkriegsschauplatz. Diverseste Player buhlen um die Aufmerksamkeit des Nutzers und wenn ich mal frech annehme, dass heutige Linux Nutzer zu einem nicht unbedeutenden Anteil mal der 8Bit und 16Bit Generation angehört haben, so sollte es auch kein Problem sein meinen Chiptune Gelüsten zu frönen.
Unter Windows fuhr ich mit foobar2000 eigentlich recht gut und hatte eigentlich gedacht, dass es sich ursprünglich um ein Linuxprojekt handelt, was sich dann aber als falsch herausstellte. Zwar gibt es diverse Berichte, dass es unter Wine prima läuft, aber warum emulieren, wenn es eine native Alternative gibt? Es gibt mit foobnix zwar ein Projekt, welches den foobar Player nachbauen will, ist aber noch weit von der Serienreife entfernt in meinen Augen.Meine Anforderungen definierte ich wiefolgt:
- Multi Playlist Handling
- MP3 Wiedergabe
- SID Wiedergabe
- SAP Wiedergabe
- SNDH Wiedergabe
- MOD Wiedergabe (Optional)
Ich hätte erwartet, dass dieser Katalog in Windeseile abgearbeitet sein würde, aber er stellte sich als echte Herausforderung heraus. Über das Mint Forum bekan ich eine Liste mit Audio Software für Linux: Wikipedia
Ich habe mich also dran gemacht die einzelnen Pakete der großen und gut gewarteten Player zu installieren und zu testen. Am Ende habe ich mich dann für Audacious entschieden.
Audacious bietet zwei visuelle Betriebsmodi. Der eine erinnert entfern an foobar, während der andere den klassischen Winamp imitiert. Ich habe mir für letzte Variante entscheiden, denn wenn man diverse Playlists verwaltet, dann wird die gtk Variante unübersichtlich. In der Winampvariante lässt sich mit tab bzw. shift+tab bequem durch die einzelnen Listen browsen, so dass die fehlende Übersicht über die jeweiligen Listen nicht weiter ins Gewicht fällt. MP3 spielt er natürlich und von den anvisierten Chiptunes schafft er auf jeden Fall SID und SAP inklusive Subtunes, was ihm schon mal ein Alleinstellungsmerkmal verleit. SNDH spielt er nicht (allerdings auch keiner der anderen Player) und MOD konnte ich noch nicht ausprobieren.
Alles in allem liefert er alles was mir foobar auch lieferte verpackt, in ein kompaktes Design. Für die übrigen Formate muss ich mir ncoh eine entsprechende Alternative suchen, aber das wird sich schon finden, denn auch unter Windows brauchte ich da Stand Alone Player.
Immer wieder juckt es mich mal wieder Radio zu machen. Allein schon aus diesem Grund habe ich mich auch hier schon ein wenig kundig gemacht. Hier reicht ein einfacher Player dann nicht mehr unbedingt aus und etwas gediegeneres muss her. Die notwendige Software zum Streamen ist unter Linux problemlos verfügbar und damit kein größeres Problem.
Aber auch der Player war binnen weniger Augenblicke gefunden.
Meine Wahl fiel hier auf Mixxx, welches einen voll ausgewachsenen BPM Studio Clone darstellt.

Der Funktionsumfang ist groß und das Tool hat alles was man braucht um hier problemlos eine Radioshow zu produzieren. Neben einem crossfadenden Dualplayer gibt es einen BPM Counter, einen Looper, Scratching obendrein so einen 4 Kanal Sampler.
Dazu kommen Features wie Titelbewertungfen und virtuelle Plattenkisten.
Alles in allem gibt es hier ein wunderbares Tool, welches in der Windowswelt ein Heidengeld kosten würde. Mal sehen vielleicht produziere ich ja mal wieder etwas.
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 4
Gepostet am März 19, 2013
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Eine interessante Bastelei hatte ich dann, als ich meinen zweiten Monitor zum fliegen bringen wollte. Aus meinen Desktopzeiten hatte ich noch einen 19″ TFT über, den ich per RGB Kabel an mein Notebook angestöpselt hatte.
Dies brachte gleich einige lustige Effekte mit sich, die nach ein wenig Anpassung verlangten. Nach der Installation war immer nur ein Monitor aktiv oder beide zeigten ein geklontes Display. Da es sich um unterschiedliche native Auflösungen handelte war das Ergebnis nicht unbedingt berauschend. In der integrierten Displayanpassung fand ich interessanterweise aber immer nur den Hauptmonitor des Notebooks und nicht den des Zusatzmonitors.
Ein wenig Recherche ergab, dass ich bei der Installation mit dem Standard Open Source versorgt wurde, der für das generelle Arbeiten sicher i.O. ist, aber nicht für meine erweiterten Bedürfnisse reicht. Also habe ich über Synaptic das Packet “nvidia-current” nachinstalliert und mir die Herstellertreiber auf das System gezogen. Nach einem Reboot konnte ich nun beide Bildschirme problemlos ansteuern.
Meiner normalen Arbeitsweise folgende richtete ich die Monitore an der unteren Linie aus, was nach einem Reboot dazu führte, dass die beiden Bilder übereinander angeordnet waren. Das ist ein ziemlich schräger Effekt der dafür sorgt, dass die Bilder wirklich sich gegenseitig teilweise verdecken. Wieder zurechtgeschoben ließ sich das Problem recht schnell beheben, trat aber nach jedem Reboot wieder auf.
Einer wilden Idee folgend richtete ich die Monitore nun an der oberen Linie aus und hatte das Problem danach nicht mehr. Irgendwie schräg, aber nicht weiter wild, erklären konnte es mir dennoch niemand.
Da sich mein zweiter Monitor allerdings an diesem Wochenende in den Ruhestand verabschiedete (sprich er ging über die Wupper), ist diese Thematik für mich zumindest vorerst nicht mehr relevant.
Bevor ich mich allerdings der Königsdisziplin widmen wollte (STO unter Linux zum Laufen zu bringen), wollte ich noch die Voicekommunikation per Teamspeak sicherstellen. Teamspeak stellt eine entsprechende 32Bit und 64Bit Version ihres Clients zur Verfügung.
Einmal heruntergeladen verlegte ich die Datei nach /opt/ welches das Standardverzeichnis für nicht packetgestützte Software ist. Dort zeigt sich eine der Stärken von Linux … die Datei ließ sich nicht ausführen. Zuerst musste die Datei ausfühbar gemacht werden und dann als root ausgeführt werden. Da ich an dem Abend ein wenig faul war, habe ich das Ganze aus dem Desktop heraus gemacht und nicht über die Kommandozeile.
Nach erfolgter Installation findet sich im Installationsorder ein Shellskript, welches den grafischen Client startet. Während der Benutzung muss dieses Skript aktiv bleiben. Wenn es einen stört kann man es schnell auf einen anderen virtuellen Desktop auslagern und gut ist.
Stichwort faul. Jedes mal wieder das Skript über die Kommandozeile aufzurufen war mir dann doch ein wenig zu nerig und deswegen habeich mir eine Launcherdatei angelegt, die das für mich übernimmt. Im Grunde ist es ähnlich wie eine Verknüpfung anlegen, von daher kein Hexenwerk … und voila … Voicekommunikation ist möglich.
Eine Sache die ich noch nicht vollständig geklärt habe ist, warum bei jedem Start aufs neue die Lautstärke für das Mic auf 0 ist. Gut sie ist schnell hochgedreht und verhindert das ich Blödsinn in den Channel labere, aber dazu benutze ich eigentlich auch Push to talk. Naja man wird sehen
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 3
Gepostet am März 15, 2013
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Nachdem die Aktion mit den Partitionen mich einiges an Nerven gekostet hat, wollte ich als nächstes die Zeit damit verbringen einen relativ kleinen Test abzuschließen, der für mich allerdings nicht ganz unwichtig ist.
Ich lese gerne und viel, weswegen ich schon seit geraumer Zeit einen Ebook Reader mein Eigen nenne. Aufgrund des großen Angebots und der Möglichkeit der Ausleihe habe ich mich für den Kindle entschieden. Dieses Format ist proprietär und damit wollte ich auf jeden Fall sicher gehen, dass es unter Linux vernünftig gehandlet werden kann. Unter Windows gibt es eine entsprechende Applikation um seine Bibliothek zu managen, welche man auch mit Play On Linux zum fliegen kriegen würde.
Dieses Tool ist nett, für mich aber nicht lebenswichtig. Ich könnte auch die Bücher direkt per WLAN an den Kindle schicken, gehe aber gerne den Zwischenschritt über den PC, damit ich die Bücher in die Datensicherung bekomme. Im Endeffekt reicht mir also ein einfacher Download.
Gesagt, getan, also habe ich mir einfach mal ein Buch bestellt und dieses dann auf den PC heruntergeladen.
Die Datei landete anstandslos auf meinem Rechner und der Kindle ließ ohne großen Heckmeck auf dem System mounten. Ein einfacher Kopiervorgang und das Buch stand dann auf dem Reader zur Verfügung.
Hier macht also das propretäre Format keine wirklichen Schwierigkeiten. Es ist ein wenig weniger aufgehübscht, wenn man auf die Applikation verzichtet, aber das ist nicht unbedingt der Rede wert, denn in erster Linie geht es mir um das Thema Archivierung und schnelle Wiederherstellung.
Ebenso wichtig war der Einkauf von Musik über Amazon. Banshee stellt direkt im Player gleich entsprechende Links zur Verfügung, die ich aber noch nicht weiter ausgetestet habe. Da ich mir Musik meißtens eh als Begleitumstand anderer Einkäufe zulege ist dies eh nicht unbedingt mein Fokus.
Unter Windows wird nach dem Kauf eine kleine exe installiert, die dann als Downloadmanager die Arbeit aufnimmt und gleichzeitig die Downloads in entsprechende Folder kategorisiert. Das ist nett, passt aber nicht zu meiner bestehenden Struktur, also ist auch das kein Beinbruch.
Um den Test durchzuführen habe ich dann also einfach mal ein MP3 gekauft.
Die Frage war hier jetzt, wie sich Linux verhalten würde. Es gibt hier keinen direkten Download, sondern der Song wird wie üblich in den Amazon Cloud Player eingestellt, von wo aus man das File einfach nur herunterladen kann.
Der Download funktioniert dann ohne Probleme und das File kann dann von da an ganz normal verwendet werden. Was mich allerdings ein wenig stört, ist die hier fehlende Linuxintegration. Ich kann keine Reihen von Files herunterladen, sondern immer nur eines nach dem anderen. Bei einzelnen oder wenigen Tracks ist das ja kein Problem, aber bei 3-4 Alben wird es dann schon so langsam mühseelig.
Als Fazit lässt sich sagen, dass man auch als Linuxuser seine lieb gewonnenen Amazon Einkäufe nicht aufgeben muss, oder sich massiv verbiegen muss, damit es läuft. Es gibt hier einige Bequemlichkeitseinschränkungen, die dem Endprodukt aber keinen Abbruch tun.
Also … Test bestanden.
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil 2
Gepostet am März 12, 2013
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Tja die Installation in der virtuellen Maschine hatte also geplant und dort lief das OS eigentlich auch ganz gut. Ich habe mich zuerst mit dem (meiner Meinung nach) größten Stolperstein beschäftigt und das war das Spielen unter Linux.
Soviel vorweg, es hat geklappt, wenn auch mit Einschränkungen, aber dazu später mehr.
Dieser Test hat meinem Willen dann endgültig Flügel verliehen und so habe ich nach einer Datensicherung eine Partition auf meiner Möhre freigeräumt.
Ich habe lange gegrübelt wie ich diese Posts aufziehen soll. Ich könnte mich jetzt darüber auslassen woher Linux kommt, wie die Idee dahinter ist usw. usf., aber das spare ich mir. Mit ein wenig befragen von Suchmaschinen wird man hier sicher genug Material auf diversen Seiten finden, von daher brauche ich das hier nicht ein weiteres Mal reproduzieren.
Die Posts im Blog werden sich daher immer nur mit den unmittelbaren Problemen beschäftigen.
Eine Partition komplett zu löschen und dann den Platz unzugeordnet liegen zu lassen erwies sich als die richtige Lösung. Eine Woche zuvor wollte ich das Repartitionieren noch dem Betriebssystem überlassen und so endete der Versuchen einer KUbuntu Installation in einem echten Fiasko, denn weder lief das Linux sauber, noch ließ sich mein Windows booten. Die Heransgehensweise mit der freien Partition hingegen war goldrichtig.
Standardmässig legt Mint bei der Installation 2 Partitionen an. Die eine ist / für das Filesystem, und die andere Swap für Auslagerungsarbeiten.
Das Wiki von Ubuntusers schlägt allerdings vor, eine weitere Partition /home einzurichten.
Gesagt getan, und so endete die Installation mit folgenden Partitionen:
/ – 50GB
/swap – 2GB
/home – der Rest
Die allgemeine Empfelung im gleichen Artikel (Link siehe unten), ist für / 10-15GB zu veranschlagen und für den Swap 1GB.
Die doppelt so große Swappartition habe ich einfach nur deswegen größer gemacht, weil ich es mir leisten konnte, denn ein oder zwei Gigabyte machen da keine großen Unterschied. Die root Partition habe ich mit 50GB zwar um einiges größer gewählt, dies ist aber dem Fakt geschuldet, dass mir hier noch der Durchblick fehlt, wie das System genau tickt und ich hier nicht in eine Falle laufen will. Da ich ja noch einiges in Richtung Spielen vorhabe und damit noch virtuelle Dateisysteme für die Emulation mit Wine einrichten muss, habe ich hier ein wenig großzügiger ausgeteilt. Die Auslagerung von /home hat den Hintergrund, dass sich bei der kommenden Linux Mint Version die meißten Wehwehchen eh schon erledigt haben, weil ich hier einfach eine Neuinstallation abfeuern kann und dann die Daten im Homeverzeichnis archiviert sind.
Für einen Dualbetrieb empfiehlt es sich eine von beiden Systemen lesbare Partition zu hinterlegen, wovon ich allerdings abgesehen habe. ich will Windows soweit wie möglich herunterfahren und eventuell notwendige Datenaustausche werden über eine USB Platte stattfinden.
Nachdem alles das nun gelaufen war bootete ich meinen Rechner und testete die Linuxinstallation. Danach wollte ich die Windows Partition testen, und versuchte den ersten Windowsdevice zu booten, der prompt vor den Hammer lief. Gott sei Danke war das nur eine Wiederherstellungspartition und beim Boot von der zweiten Windowspartition meldete sich das OS dann auch wieder. Das sind so diese kleinen Momente, wo einem das Herz stehen bleibt. Aber das ist halt der Punkt … Computerbenutzung ist bequem geworden. Stört uns das? Nein, aber es fehlt irgendwie etwas.
Benutzter Guide zum Thema Partitionen: http://wiki.ubuntuusers.de
Fragen die sich aus diesem Arbeitsschritt ergeben haben:
- wie lasen sich später noch Partitionen verarbeiten?
– Welches Risiko ist damit verbunden?
- Kann ich installierte Programme einfach so verschieben?
– Welche Abhängigkeiten bestehen?
– Wie kann ich diese sehen?
- Wie ändere ich die Installationsorte von Programmen?
– Was passiert wenn das auf einer eigenen Partition passiert und das OS neu installiert wird?
– Was ist für einen solchen Fall eine sinnvolle Backup Strategie?
Nachtrag:
Nachdem ich den Post bei Diaspora bekannt gemacht habe, hat der User “Penguinzed” gleich mal ein paar Antworten parat, die ich hier posten will, bzw. noch mal kommentieren:
1) mit Installation kannst du tendenziell alle Daten auf der Festplatte verlieren. Unter manchen Bedingungen (zB bei bestimmten Laptops mit UEFI) kann auch ein Fehler die Firmware beschaedigen, sodass das Geraet nicht mehr zu gebrauchen ist.
2)”Installierte Programme verschieben” wie meinst du das? Von Windows nach Linux? Wuerd ich nicht machen, weil dann keine Registryeintraege uebernommen werden. Linuxprogramme? Moeglich, aber meistens nicht sinnvoll, weil diese Programme und Dateien nicht in deinem Paketmanager eingetragen werden und daher nicht einfach und zentral entfernt werden koennen, sondern du das haendisch machen musst. Ausserdem kann es bei dynamisch gelinkten Programmen zu Problemen kommen, wenn benoetigte Bibliotheken nicht auf dem neuen System verfuegbar sind.
Anmerkung BrowserXL: Gemeint war hier das verschieben innerhalb daes Systems. Zum Beispiel von /opt nach /home (nur um ein Beispiel zu nennen). Die Programme aus dem eigentlichen Biotop zu nehmen schien mir eh nicht sinnvoll.
3)Abhaengigkeiten wovon? Programmabhaengigkeiten von Bibliotheken? Abhaengigkeiten von Treibern?
Anmerkung BrowserXL: In erster Linie genau das. Ich habe ein Programm installiert. Unter Windows ist es dann an diesen Platz gebunden, ausser ich manipuliere die Registry und sonstige Orte wo die Pfade hinterlegt sein könnten. Trifft eine solche Abhängigkeit auch auf Linuxsysteme zu?
4) Programmabhaengigkeiten werden dir entweder von deinem Paketmanager angezeigt und aufgeloest, oder du findest sie auf der Seite, auf der es das Programm gibt.
Anmerkung BrowserXL: Ok solche Abhängigkeiten habe ich bei der Installation gesehen. Diese sind dann also auch bindent. Wo finde ich die im Zweifelsfall nach der Installation? Auch im PM? Kann ich diese manipulieren und ist das ratsam? (wohl eher nicht ich weiß
)
5) Einfache Antwort: garnicht. Kompliziertere Antwort: Kopieren der Programmordner und evt Umaendern von aufrufenden Dateien. ABER NICHT!! bei Paketen, sondern nur bei selbst installierten Programmen. Die tust du am besten nach /opt/ oder /usr/local/, um sie von den vom Paketmanager installierten Programmen direkt unterscheiden zu koennen.
Anmerkung BrowserXL: Man kann also salopp sagen, dass die Installation durch den PM dann jeweils gesetzt ist und nicht mehr angefasst werden sollte.
6) Da fehlt iwie was in der Frage
Ich nehm jetzt einfach mal an, du hast dir dein Linux durch Wegkopieren von Programmen zerschossen. Dann kannst du einfach neu installieren und dabei deine Home-Partition wieder als Home-Partition definieren (aber nicht formatieren). Dadurch musst du nach dem installieren nur die Programme neu installieren, hast aber noch deine Daten.
Anmerkung BrowserXL: Ne die Frage zielte in eine andere Richtung. Meine Idee zum Beispiel opt in eine eigene Partition zu hängen und diese damit unabhängig vom OS zu machen im Falle einer Neuinstallation. Die Frage ist ob ein Programm das hierhin installiert/verschoben wird dann im Falle einer Neuinstallation och lauffähig ist. Ich denke aber, dass ich die Antwort in der Regel nein lauten muss, es sei denn das Programm hat keine Abhängigkeiten in Richtung /.
7) Es gibt viele Backup-Moeglichkeiten…. haengt davon ab, was du wie sicher haben moechtest.
Anmerkung BrowserXL: Da muss ich mir im Endeffekt noch selbst drüber klar werden. Derzeit befindet sich das System noch in einem langsamen Aufbau und ich kann noch nicht abschätzen ob es viel Arbeit ist ein zerschossenes System wieder zu installieren und die Software nachzuschießen. Die Sicherung meiner Daten werde ich so handhaben wie es unter Windows war und eine regelmässige Sicherung der Daten per Script auf eine USB Platte laufen lassen.
Auf jeden Fall schon mal danke für deine Mühe. Ich stehe wie gesagt noch sehr am Anfang und bin noch dabei die Windowswelt gedanklich zu verlassen, habe aber den Anspruch mich soweit mit dem OS zu beschäftigen, so dass ich es auch richtig verstehe. Die Möglichkeiten sind schon gigantisch und es macht Spaß sich etwas vollkommen neues anzueignen, aber das geht auch nicht von heut auf Morgen, erst Recht wenn der Kleine Aufmerksamkeit fordert.
Von einem der auszog Linux zu lernen Teil1
Gepostet am März 9, 2013
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Zeit meines Lebens bin ich eigentlich immer ein Kind der Windowsfraktion gewesen. Eine Ausbildung und diverse Fortbildungen haben dies nur noch weiter zementiert. Daran ist eigentlich auch nichts auszusetzen, aber irgendwie hat mich der Ruf der Linuxfraktion nie wirklich losgelassen.
Meinen ersten Versuch habe ich damals mit Suse Linux 7.2 gestartet, aber das Ergebnis war suboptimal.
In letzter Zeit habe ich mich dann wieder mehr mit dem Thema beschäftigt und bin doch beeindruckt von den Fortschritten, die hier gemacht wurden, erst Recht wenn man die jüngsten Fehltritte der Windowsmacher sieht. Auch die Tatsache, dass ich mich unter Windows permanent mit Sicherheitsthemen herumschlagen muss, weil Windows immer noch das interessanteste OS ist um einen Angriff zu starten behagt mir eigentlich auch nicht.
Danke eines guten Tipps von meinem Kollegen Holger (danke noch mal an der Stelle) bin ich auf Linux Mint gestossen. Diese Distribution macht doch einen recht vollständigen Eindruck auf mich und so habe ich mich entschlossen mich erneut dem Umstieg zu widmen.
Um einmal zu dokumentieren wie einfach (oder schwer?) ein solcher Umstieg sein kann, werde ich hier noch einige Blogposts veröffentlichen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.
Wichtig! Es handelt sich hierbei um einen Erfahrungsbericht und das was sich für mich als Best Practise bewährt hat. Als bedenkenlos zu kopierendes How To sollte man diese Artikel nicht verstehen. Alle Aktionen die ihr durchführt, finden auf eigene Gefahr statt und ich bin nicht verantwortlich für zerschossene Systeme und verlorene Daten … davon habe ich selbst genug.
Bevor es aber Hands on in die Praxis geht stellt sich jetzt die Frage was ist zu tun und was sind die KO Kriterien?
Was ist eigentlich das Ziel?
Die Antwort ist relativ einfach … der komplette Umstieg von Windows 7 auf Linux. Das parallele Betreiben von zwei Betriebssystemen wird zwangsläufig eh dazu führen, dass ich doch wieder auf einer Ebene alles mache und das zweite Betriebssystem auf der Platte einstaubt und Platz verbraucht.
KO Kriterien (Müssen erfüllt werden):
- Kauf von Musik bei Amazon
- Kauf von Ebooks bei Amazon
- Onlinebanking
- Abspielen/Bearbeiten von Musik
- Abspielen/Bearbeiten von Videos
- Einsatz von Teamspeak Voice Kommunikation
- Spielen unter Linux (Testfall: Star Trek Online)
Optionale Kriterien (sollten erfüllt werden):
- Einsatz eines Dualhead Bildschirms
Begleitende Maßnahmen (fallen sowieso an, um das System als ganzes zu verstehen):
- Wie arbeitet das Betriebssystem?
- Wie ist die Ordnerstruktur zu verstehen?
- Wie sieht die sinnvollste Festplattenaufteilung aus?
- Wie ist das Thema Sicherheit konzeptionell in Linux angegangen?
- Welche Usertätigkeiten sind hier von Nöten?
Was ich hier jetzt nicht weiter Aufführen werde sind Dinge wie Office, Mailing, Browser und IM. Für alle diese Aktivitäten gibt es gute Alternativen unter Linux, die auch in der Windowswelt ihre Verbreitung haben, weswegen ich mir da eigentlich keine Gedanken drum mache.
Die Wahl der Distribution ist hier schon ein wenig wie der Mode Geschmack der jeweiligen Person. Darf es eher streng konservativ, oder doch ein bißchen flippig bunt sein? Meine Wahl fiel hier auf Linux Mint 14, welches eher zur flippig bunt Fraktion gehört. Der Vorteil der Distribution ist, dass sie eine deutlichen Multimediafokus hat und diverse Codecs etc. bereits mitbringt. Linux MInt ist eine Abwandlung der Ubuntu Reihe und die mitgelieferten Desktopmanager helfen dem Windowsuser schnell beim Umstieg. Während Liebhaber der klassischen Startmenues eher zu Mate greifen werden, sind Windows XP (und folgende) gewöhnte mit Cinnamon gut bedient.
Auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag, sollte man sich hier doch nicht der Illusion hingeben, dass man seine Aufgaben komplett ohne Shell erledigen kann. Bereits beim ersten Einsatz hackte ich gleich wieder in der Kommandozeile herum.
Der für mich allerdings größte Vorteil von Linux Mint war, dass ich mir das OS in einer virtuellen Festplatte installieren konnte, ohne dabei zu sehr in die bestehende Festplattenstruktur einzugreifen. Mint lässt sich dann zwar regulär booten und läuft wie ein reales Betriebssystem, die benutzten Partitionen existieren allerdings nur als Dateien auf dem darunterliegenden Windowsdateisystem.
Die notwendigen Installationsdateien bekommt man hier: http://www.linuxmint.com/download.php Will man sich nicht damit herumschlagen das Image auf eine DVD zu brennen, kann man das Image in ein virtuelles Laufwerk mounten (dies hier zum Beispiel: http://www.slysoft.com/de/virtual-clonedrive.html) und von dort aus über Mint4win die Installation starten.

Bild von http://www.linuxmint.com
Die Installation ist denkbar einfach, denn man braucht nur die notwendigen Infos ausfüllen und die Installation in die erwähnten Dateien startet. Ich habe dem System die recht großzügige Größe von 30GB auf meiner D: Platte spendiert, damit ich auch mit ein paar größeren Datemengen herumspielen konnte.
Es folgt dann ein Reboot und man betritt zum ersten mal as Reich des Pinguin. Hier befindet man sich nun in einem Live Modus in dem alle Änderungen verloren gehen, sobald der Rechner neu startet. Um die Installation abzuschließen, klickt man nun einfach das Icon “Install Linux Mint” und folgt den Anweisungen. Standardmässig will sich Linux dann in die virtuelle Platte (in meine Fall /loop2) installieren und das sollte man auch so belassen, es sei denn man weiß was man tut.
Nach einigen weiteren Abfragen und Installiererei hat man dann ein lauffähiges System. In meinem Fall war dies in unter einer halben Stunde erledigt (Download des Images nicht mitgerechnet).
Und so begrüßte mich dann mein Desktop im Linuxgewand.
Ich habe natürlich im Zuge meiner Vorgedanken mit einigen Personen gesprochen und nicht selten kam hier die Frage nach dem “Warum?” zum tragen.
Die Antwort auf diese Frage ist schlicht und ergreifend: “Weil ich eine Alternative haben will.”
Keine Frage, mein Windows System läuft stabil, wird zeitnah geupdated, Sicherungen laufen und ich habe eigentlich keinen Grund mich zu beschweren. Ich wechsel nicht zu Linux, weil es das bessere Windows ist, oder weil es alles besser als Windows macht, nein es macht diese Dinge anders. Ich könnte ohne mit der Wimper zu zucken bei Windows bleiben und hätte sicher auch keine Probleme damit (einer der Gründe warum ich eine kleine Windowspartition belassen werde), aber ich will einfach einen Schritt voran wagen und mich auf eine breitere Basis stellen.
Ausserdem ist das Wissen, welches man sich in Schulungen oder durch Lesen von Guides aneignet sicherlich schön und gut, aber ohne entsprechende Praxis wird es einfach nur verpuffen.
Ich habe keinen Groll gegen Microsoft, ich habe ihre Betriebssysteme lange genutzt und die meißten davon waren sogar recht passabel, aber es ist nun mal Zeit, dass es weiter geht.



















